Tibet: Öffentliche Verehrung des Dalai Lama wieder möglich?

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Veröffentlicht: 02:31, 2. Jul. 2013. (CEST)
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Der Dalai Lama

Peking (China), 02.07.2013 – Während die Organisation Human Rights Watch aktuell berichtet, dass eine verstärkte Kontrolle der tibetischen Bevölkerung durch die chinesische Regierung erfolge, ist es nach zeitgleichen Berichten der Organisation Free Tibet und von Radio Free Asia, die aber weder von der BBC noch von tibetischen Exilregierung bestätigt werden konnten, möglich, den Dalai Lama innerhalb Chinas öffentlich als religiösen Führer zu verehren. In einigen buddhistischen Tempeln soll das Bild des gegenwärtigen Dalai Lama ausgestellt sein. Die Zeitung Die Zeit führt dazu Free Tibet mit der Information an, im Kloster Ganden in der Nähe von Lhasa sei es möglich, das Bild des Dalai Lama auszustellen, und auch in den Provinzen Qinghai und Sichuan würden ähnliche Regeln gelten.

Ob dies ein wirklicher Wechsel in der Politik der KP Chinas ist, deren Parteichef in der autonomen Region Tibet das geistliche Oberhaupt der Tibeter 2011 als „Wolf im Mönchsgewand“ bezeichnete, ist umstritten. Die von Free Tibet und Radio Free Asia berichtete Änderung der Politik wird von einigen Beobachtern als pragmatischer Umgang mit der anhaltenden Verehrung des Dalai Lama in Klöstern interpretiert, die sich trotz der restriktiven chinesischen Politik nicht hat unterbinden lassen, von anderen wird es als Versuch gesehen, den anhaltenden Selbstverbrennungen von Tibetern entgegen zu wirken. Ein buddhistischer Mönch aus dem Kreis Aba in der Provinz Sichuan, wo sich zahlreiche Selbstverbrennungen von Tibetern ereignet haben, konnte die Änderung der Politik gegenüber der BBC aber nicht bestätigen.

Die chinesische Regierung hat laut BBC entschieden dementiert, dass sie ihre Haltung gegenüber dem Dalai Lama geändert habe, und betont, dass er seine Haltung zur Unabhängigkeit Tibets aufgeben müsse, falls er sein Verhältnis zu China verbessern wolle. Die Internationale Kampagne für Tibet hingegen beruft sich auf das Interview einer Professorin der Parteischule der KP Chinas mit einer in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong erscheinenenden Zeitung, in dem diese eine neue „weichere“ Politik gegenüber Tibet entwirft, und meint dazu, dieses Interview sei wahrscheinlich mit Duldung durch die Partei veröffentlicht worden.


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