Mehr Flexibilität beim Ladenschluss wünscht sich Karstadt-Chef Middelhoff

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Artikelstatus: Fertig 23:46, 26. Aug. 2006 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Dortmund (Deutschland), 26.08.2006 – Der Vorstandschef von KarstadtQuelle, Thomas Middelhoff, wünscht sich eine größere Flexibilität der Ladenöffnungsbestimmungen, die nach seiner Auffassung prinzipiell auch eine Öffnung der Läden am Sonntag zulassen sollten. Dies sagte der Aufsichtsratsvorsitzende von KarstadtQuelle am Samstag, dem 19. August, gegenüber den Ruhr-Nachrichten. Dieser Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem in einigen Bundesländern über eine Novellierung des Ladenschlussgesetzes nachgedacht wird.

Middelhoff schränkte ein, dass generell längere Öffnungszeiten nicht überall sinnvoll seien. „Es geht nicht darum, überall 24 Stunden täglich zu öffnen. In einer kleinen und mittleren Stadt macht es keinen Sinn, bis 22 Uhr geöffnet zu haben, wenn der Stadtkern leer ist.“ Bisher ist Mecklenburg-Vorpommern das einzige Bundesland, das eine vollständige Beseitigung der Beschränkungen für die Öffnung von Läden – unter Einschluss des Sonntags – erwägt.

Am 15. August hatte die Landesregierung Nordrhein-Westfalens einen Gesetzentwurf zur Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten beschlossen. Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) äußerte die Hoffnung, die Händler und Ladenbesitzer könnten „idealerweise schon im Weihnachtsgeschäft von den neuen Regelungen profitieren“ – vorausgesetzt, der Landtag winkt die Vorlage zügig durch. Der Gesetz sieht aber – von Ausnahmen abgesehen – keine Öffnung von Geschäften an Sonntagen vor. Solche Sonderregelungen galten bisher auch schon für bestimmte Warengruppen wie Blumen, Milch und Zeitungen sowie für bestimmte Verkaufsstellen, wie Tankstellen oder Geschäfte in Flughäfen und Bahnhöfen.

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert die vollständige Freigabe der Ladenöffnungszeiten, wie sie in Nordrhein-Westfalen geplant ist. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigten, so die Gewerkschaft, dass keine Zunahme von Beschäftigungsverhältnissen eintrete, sondern deren Rückgang. Ebenso sei auch die Gewinnentwicklung im Einzelhandel trotz längerer Öffnungszeiten entgegen den Ankündigungen rückläufig gewesen. Stattdessen findet, so ver.di, eine Verlagerung von Einkäufen in die Abendstunden statt. Nach Ansicht der Gewerkschaft fehle den Menschen nicht die Zeit, sondern das Geld zum Einkaufen. Befürchtet wird ein erhöhter Konkurrenzdruck, der viele mittelständische Unternehmen aus dem Markt verdrängen würde. Für den Verbraucher würde die Vielfalt im Einzelhandel langfristig zurückgehen und die Preise steigen.

Themenverwandte Artikel

Quelle