Indien möchte an Atomwaffentests festhalten

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Artikelstatus: Fertig 07:10, 19. Apr. 2006 (CEST)
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Neu-Delhi (Indien), 19.04.2006 – Ein Sprecher des indischen Außenministeriums gab am Montag bekannt, dass es den Vorschlag der USA ablehne, zukünftig auf weitere Atomwaffentests zu verzichten. Die amerikanische Regierung hatte eine solche Klausel in den Entwurf zu der Anfang März dieses Jahres von den Staatsoberhäuptern beider Nationen bekanntgegebenen Kooperation im Bereich ziviler Nukleartechnik eingefügt, obwohl Indien dem Vertrag zur Einstellung von Kernwaffentests (CTBT) nicht beigetreten ist. Die angestrebte Zusammenarbeit basiert auf dem Artikel 123 des US-Atomic Energy Act und hätte auch die Einstellung der von den Amerikanern 1998 nach der Durchführung des letzten indischen Tests einer atomaren Waffe verhängten Sanktionen zur Folge.

Die Aussage des Sprechers „Indien ist nur an den Inhalt der Äußerung vom 18. Juli gebunden und wird sich auch weiterhin an das unilaterale Moratorium zum Nuklarwaffentests halten“ bezieht sich auf den Besuch des indischen Premiers Manmohan Singh im Juli 2005, welcher die Verhandlungen zum Durchbruch geführt hatte. Indien, das selbst keine eigenen Uranvorkommen besitzt und auch den 1970 in Kraft getretenen Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben hat, besitzt 22 Atomanlagen, wovon dann 14 der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA für Inspektionen offen stehen. Mit dem geplanten Abschluss des Abkommens, dem aber auch der US-Kongress zustimmen muss, wollen die Vereinigten Staaten auch Waffensysteme, darunter F-16 und F-18-Kampfflugzeuge, an Indien verkaufen.

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Quellen