Weltsozialforum in Caracas diskutiert über eine andere Weltordnung

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Artikelstatus: Fertig 21:42, 28. Jan. 2006 (CET)
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Caracas (Venezuela), 28.01.2006 – Das „Weltsozialforum“ (WSF), das zurzeit in der venezolanischen Hauptstadt Caracas stattfindet, versteht sich als Gegenveranstaltung zu dem alljährlich in Davos stattfindenden Weltwirtschaftsforum, auf dem sich die politische und wirtschaftliche Elite der Welt versammelt, um über globale Fragen der Wirtschaftsentwicklung zu debattieren. Die Organisatoren des Weltsozialforums setzen dagegen auf die Demokratie von unten, um den sozialen Emanzipationsbewegungen weltweit eine Stimme zu geben.

Das Weltsozialforum war am Dienstag mit einem „Marsch gegen Imperialismus und Krieg“ durch die venezolanische Hauptstadt eröffnet worden. Es ist das sechste Treffen seiner Art. Das Motto der diesjährigen Veranstaltung, zu der über 100.000 Menschen erwartet werden, lautet: „Eine andere Welt ist machbar“. In 2200 Diskussionsrunden wollen sich die Teilnehmer über alternative Konzepte zur Globalisierungspolitik verständigen und austauschen.

Das WSF findet dieses Jahr erstmals auf drei Kontinenten statt: außer in Venezuela finden Treffen in Bamako (Mali) sowie in Karatschi (Pakistan) statt. Das Treffen in Karatschi wird wegen des Erdbebens auf einen späteren Zeitpunkt, wahrscheinlich im Sommer, verschoben.

In den internationalen Medien stand der Auftritt des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez heute im Mittelpunkt, der seine Rede vor den Teilnehmern des Forums zu einem Frontalangriff auf die US-Politik unter dem Präsidenten George W. Bush nutzte.

Breiten Raum in den Diskussionsforen nehmen aber andere Fragen ein wie beispielsweise Diskussionen um eine neue Informationskultur. Ein Vertreter einer brasilianischen Nichtregierungsorganisation nannte die „Garantie des Menschenrechtes auf Kommunikation“ eine „Voraussetzung für eine gerechte Weltordnung“. Neue Medien wie das Internet und die Digitalisierung des Fernsehens erhöhten seiner Ansicht nach die Möglichkeit zur Interaktivität und damit auch die Möglichkeit zur Verbreitung von Informationen durch neue Akteure der Mediengesellschaft mit der Perspektive einer Demokratisierung der Informationsgesellschaft – jedoch abhängig von den Interessen, die sich in diesem Prozess durchsetzen können.

Das Treffen dauert noch bis zum kommenden Montag.

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Quellen