Unübersichtliche Lage im libyschen Misrata: Armee zieht sich angeblich zurück

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Veröffentlicht: 19:30, 23. Apr. 2011 (CEST)
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Misrata (Libyen), 23.04.2011 – Widersprüchliche Meldungen laufen aus der umkämpften libyschen Stadt Misrata ein. Während ein Sprecher der Rebellen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters telefonisch mitteilte: „Misrata ist frei, die Rebellen haben gewonnen“, werden andererseits Nachrichten bekannt, wonach die Kämpfe an Heftigkeit noch zugenommen hätten. Allein am heutigen Samstag wird über mindestens zehn Menschen berichtet, die laut Aussagen von Ärzten getötet wurden. Außerdem wurden 50 Verletzte in das Krankenhaus der Stadt eingeliefert.

Der stellvertretende libysche Außenminister, Chaled Kaim, sagte am Freitag, die Armee werde sich zurückziehen und den Kampf um die Kontrolle der Stadt den Stämmen der Region überlassen. Wörtlich sagte er: „Die Situation in Misrata wird entschärft, wird bewältigt durch die Stämme rund um Misrata und die verbliebene Bevölkerung von Misrata und nicht durch die libysche Armee.“ [1] Soldaten der libyschen Armee, die von Rebellen gefangen genommen worden waren, bestätigten den Rückzugsbefehl. Begründet wurde der Rückzug von Kaim mit andauernden westlichen Luftangriffen. Erstmals griffen die US-Streitkräfte am Samstag wieder in die Kämpfe ein, nachdem sie sich vor einigen Tagen von den Kämpfen zurückgezogen hatten. Sie feuerten eine sogenannte Drohne auf ein Ziel in Libyen ab. Welches Ziel genau anvisiert wurde, ist nicht bekannt.

Mit Luftangriffen auf Ziele in der Stadt Tripolis setzte die NATO in der Nacht auf Samstag ihren Militäreinsatz gegen die libysche Armee fort.

Die Stadt Misrata war seit fast acht Wochen von Armeeeinheiten Gaddafis belagert worden. Die Stadt liegt 200 Kilometer östlich von Tripolis und gilt als letzte verbliebene Hochburg der Rebellen im westlichen Landesteil Libyens. Hunderte Menschen sollen bei den Kämpfen um die Stadt bereits getötet worden sein.

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Quellen

Fußnoten

  1. Übersetzung lt. tagesschau.de