US-Wahl 2008: Lange Schlangen vor den Wahllokalen

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Veröffentlicht: 15:36, 5. Nov. 2008 (CET)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 05.11.2008 – Außergewöhnlich hoch war die Wahlbeteiligung bei der Präsidentschaftswahl am 4. November 2008. Teilweise schon um vier Uhr morgens bildeten sich lange Schlangen von Wählern. Der Abstimmungsvorgang ist langwierig, die Wähler stimmten nicht nur über den Präsidenten ab, sondern wählten auch Mitglieder des Repräsentantenhauses und des Senats, Gouverneure, Abgeordnete zu den bundesstaatlichen Volksvertretungen, den örtlichen Scheriff und auch Richter; hinzu kommen verschiedene Volksabstimmungen über Gesetzesinitiativen, etwa darüber, ob in Kalifornien die gleichgeschlechtliche Ehe wieder abgeschafft werden soll. Mancherorts beinhaltete der Stimmzettel 50 Einzelabstimmungen.

Dabei gab es in manchen Bundesstaaten Probleme. In New Jersey funktionierten in einigen Wahlkreisen die Wahlmaschinen nicht, so dass die Wahlalternativen auf dem Stimmzetteln auf herkömmliche Weise angekreuzt werden mussten. Im Bundesstaat Ohio entschied ein Richter gegen eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Wahllokale in überwiegend von Afroamerikanern bewohnten Wahlbezirken. Er ordnete allerdings an, dass jeder Wähler abstimmen konnte, der sich bis spätestens um 19:00 Uhr Ortszeit in der Schlange vor dem Wahllokal eingefunden hatte.

Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa kritisierten, dass sie sich nicht frei entscheiden konnten, in welchen Wahllokalen sie die Stimmabgabe beobachten wollten. „Einer Wahlbeobachterdelegation darf nicht vorgeschrieben werden, welche Wahllokale sie zu besuchen hat, geschweige denn, welche sie nicht besuchen darf“, kritisierte der FDP-Bundestagsabgeordnete Patrick Meinhardt. Sowohl Demokraten als auch Republikaner hatten ganze Scharen von Rechtsanwälten in den Wahllokalen postiert, um gegebenenfalls Klagen einzureichen.

Bereits in den Wochen vor der Wahl hatten etwa 30 Millionen Wähler frühzeitig abgestimmt, um den Schlangen am Wahltag zu entgehen.

Die amerikanischen Börsen schlossen in Erwartung eines Sieges von Barack Obama am Dienstag fester. Der NASDAQ-Index lag mit 1780,12 Punkten um 3,12 Prozent höher als am Montag, der Dow Jones schloss 3,28 Prozent höher und erreichte 9625,28 Punkte.

Barack und Michelle Obama gaben ihre Stimmen bereits um 7:36 Uhr Central Time in Chicago ab, John McCain und seine Frau Cindy wählten um 9:08 Uhr Mountain Time in Phoenix, Arizona. Sarah und Todd Palin hatten zuvor in Wassila, Alaska, abgestimmt. Joe Biden besuchte mit seiner Frau und seiner Mutter das Wahllokal in Wilmington, Delaware.

Beide Präsidentschaftskandidaten setzten den Wahlkampf noch nach ihrer Stimmabgabe fort, McCain in Colorado und New Mexico, zwei Bundesstaaten, die 2004 an George W. Bush gingen und die er halten wollte, während Obama in Indiana auftrat, dem Bundesstaat, den er den Republikanern entreißen wollte.

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Quellen