UN-Wahlhelfer landen in Osttimor

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Artikelstatus: Fertig 18:15, 18. Nov. 2006 (CEST)
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Lage von Timor-Leste

Dili (Timor-Leste), 18.11.2006 – Eine Gruppe von 45 UN-Helfern, bestehend auf 29 Männern und 16 Frauen aus 21 verschiedenen Nationen ist gestern in der osttimoresischen Hauptstadt Dili eingetroffen, um im Rahmen der UNMIT-Mission die Vorbereitung für die im nächsten Jahr stattfindenden Präsidenten- und Parlamentswahlen zu unterstützen. Anfang 2007 sollen noch einmal 205 freiwillige UN-Mitarbeiter folgen. Es werden die ersten freien Wahlen seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 2002.

Nach einem dreiwöchigem Training, in dem unter anderem Grundkenntnisse in der Amtssprache Tetum vermittelt und auf kulturelle und sicherheitsrelevante Aspekte der Mission eingegangen werden soll, werden die freiwilligen Helfer ihre Arbeit aufnehmen. Jeweils drei UN-Mitarbeiter sollen in einen Distrikt gesendet werden, um bei logistischen Fragen zu helfen und die Wähler zu beraten. Weitere drei werden direkt im nationalen Parlament eingesetzt; die restlichen vier sollen mit den lokalen Wahlbehörden zusammenarbeiten.

Präsident Xanana Gusmão hatte sich gestern öffentlich bei der Bevölkerung für die Gewalt der letzten sechs Monate entschuldigt und gestand Fehler der Regierung ein. Zwischen April und Mai hatten nach Krawallen 37 Menschen ihr Leben verloren, nachdem ein Drittel der Armee wegen internen Umgereimtheiten desertierte. Eine etwa 2000 Mann starke Friedenstruppe landete schließlich und versuchte die Lage unter Kontrolle zu bringen. Erst Ende Juni mit der Entlassung des Premierministers Marí Alkatiri, der eine harte Linie gegenüber den Aufständigen verfolgte, hatte sich die Situation langsam beruhigt.

Nach Angaben des neuen Premierministers José Ramos-Horta sind letzte Woche bei Zusammenstößen zweier rivalisierender Jugendbanden in der Nähe des Dorfes Estado im zentral gelegenen Distrikt Ermera vier Menschen gestorben und zehn Häuser niedergebrannt worden. Ramos-Horta verschaffte sich per Helikopter einen Überblick in der betroffenen Region.

Lage der Ölfelder in der Timorsee

Am gestrigen Freitag wurde ebenfalls bekannt, dass die osttimoressiche Regierung und der indische Industriegigant Reliance Industries Ltd. einen Vertrag über die Ausbeutung von einem 2384 Quadratkilometer großem Gebiet eines Ölfeldes im so genannten „Timor Gap“ unterzeichneten. Vor elf Tagen hatte bereits der italienische ENI-Konzern einen ähnlichen Vertrag mit der Regierung von Osttimor abgeschlossen, der fünf der insgesamt elf ausgeschriebenen Blöcke umfasst. Ein Tochterunternehmen der indischen Videocon Electronics Ltd.-Gruppe soll zwei- bzw dreidimensionale seismische Bilder aufnehmen und in einer ersten Phase während der kommenden drei Jahren vier Bohrungen durchführen.

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Quellen