Parlamentswahlen 2005 in Simbabwe

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Simbabwe

Harare (Simbabwe), 31.03.2005 – Am heutigen Donnerstag haben in Simbabwe die Parlamentswahlen begonnen.

5,8 Millionen Wahlberechtigte der insgesamt zwölf Millionen Einwohner Simbabwes sind aufgerufen, mit ihrer Wahl in mehr als 8.000 Wahllokalen über die künftige Besetzung von 120 der 150 Parlamentssitze zu entscheiden. Weitere 30 Sitze fallen automatisch an die Regierungspartei ZANU-PF von Präsident Robert Mugabe. Sowohl die Oppositionsparteien in Simbabwe als auch ausländische Regierungen und Organisationen haben den Ablauf der Wahl im Vorfeld scharf kritisiert. Massive Wahlfälschungen zugunsten der ZANU-PF werden befürchtet. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki hofft dagegen auf freie und faire Wahlen. Auch bei den letzten Wahlen 2000 und 2002 monierten internationale Beobachter Unregelmäßigkeiten beim Wahlablauf. Die Europäische Union droht im Falle erneuter Wahlmanipulationen mit Sanktionen.

Aus Simbabwe wird berichtet, dass ein Kandidat der Opposition verschwunden sei, nachdem er telefonisch über einen Angriff auf ihn berichtet hatte. In Außenbezirken der Hauptstadt patrouillieren vereinzelte Polizeistreifen, größere Unruhen blieben bislang aus. Auch im Wahlkampf habe es weniger Einschüchterung der Oppositionskandidaten gegeben. Kundgebungen der Opposition seien nicht gestört worden.

Als stärkster Herausforderer der Regierungspartei gilt die Oppositionsbewergung Movement for Democratic Change (MDC). Präsident Mugabe spricht im Zusammenhang mit der MDC von „Marionetten des Westens'“.

Oppositionsparteien und ausländische Organisationen werfen Mugabe die Einschüchterung der Opposition und die Zensur der Medien vor. Der ehemalige Unabhängigkeitskämpfer regiert das Land, seit dessen Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht 1980.

Simbabwe befindet sich in einer wirtschaftlich desolaten Situation. Die Nahrungsmittel sind knapp, unter anderem wegen einer schlechten Ernte und weil Hilfslieferungen ausländischer Organisationen von der Regierung seit letztem Frühjahr untersagt werden.

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Quellen