Nationalratswahlen in Österreich: Mit Wahlkarten werden Grüne drittstärkste Partei

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Artikelstatus: Fertig 15:04, 10. Okt. 2006 (CEST)
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Stimmenverteilung nach Auszählung der Wahlkarten

Wien (Österreich), 10.10.2006 – In Österreich wurde am Montag das vorläufige Endergebnis der Nationalratswahlen von letzter Woche bekannt gegeben – inklusive der Wahlkartenstimmen, die noch ausstanden. Im Vergleich zum vorläufigen Ergebnis ohne Wahlkarten ergibt sich eine Verschiebung sowohl in der Reihung der Parteien als auch bei der Mandatsverteilung: Die Grünen tauschen den Platz mit der FPÖ und werden drittstärkste Partei. Außerdem wandert ein Mandat vom BZÖ zu den Grünen.

Gleichzeitig verringerte sich auch der Abstand zwischen der auf dem ersten Platz verbleibenden SPÖ zur ÖVP: Es ist nur mehr ein Prozentpunkt. Die Mandate bleiben allerdings gleich, 68 für die SPÖ und 66 für die ÖVP. Das BZÖ, das mit 4,2 Prozent ohne Wahlkarten theoretisch noch unter die Vier-Prozent-Hürde hätte fallen können, bleibt mit nun 4,1 Prozent oder sieben Mandaten im Nationalrat. Ein erhofftes Grundmandat in einem Wahlkreis des Bundeslandes Kärnten, wo der ehemalige Vorsitzende der FPÖ und Rechtspopulist Jörg Haider für das BZÖ kandidierte und insgesamt 24,9 Prozent der Stimmen erhielt, wurde nicht erreicht.

Die Frage nach einer möglichen Regierung hat sich durch die Wahlkarten damit nicht verändert. Die einzige mögliche Mehrheit scheint eine große Koalition zwischen SPÖ und ÖVP darzustellen. So sieht es jedenfalls der Klubchef der SPÖ Josef Cap: „Wir streben eine Koalition SPÖ/ÖVP an. Alle anderen Überlegungen halte ich für nicht zielführend.“ Als einzige Alternative sieht er vorzeitige Neuwahlen, die man den Österreichern aber nicht „zumuten wolle“. Gleichzeitig will die SPÖ aber in den Koalitionsverhandlungen für ihre Positionen „wie ein Löwe kämpfen“.

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Quellen