Mehrere Unions-Innenminister wollen „Killerspiele“ verbieten

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Artikelstatus: Fertig 16:00, 13. Mai 2007 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 12.05.2007 – Die Innenminister von Hessen, Thüringen, Niedersachsen und Bayern planen ein Verbot so genannter „Killerspiele“. Sie berufen sich auf eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), dessen Leiter, Professor Christian Pfeiffer, als erklärter Gegner derartiger Spiele gilt. Eine Gesellschaft, die solche Spiele auf den Markt lasse, sei krank, meint Prof. Pfeiffer. Das Spielen gewalthaltiger Computerspiele führe zu nachlassenden Schulleistungen und einem Anstieg der Gewaltbereitschaft. Die Selbstkontrolle habe versagt, bei vielen Computerspielen sei die Altersbegrenzung falsch eingeschätzt worden, andere seien trotz einer Freigabe erst ab 16 oder 18 Jahren auch unter jüngeren Kindern weit verbreitet.

Die Innenminister fordern deshalb eine Ergänzung des Strafgesetzbuchs, mit der die Herstellung und Verbreitung derartiger Spiele unter Strafe gestellt werden soll. Hessens Innenminister Bouffier fordert, die Strafe für Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz von derzeit 50.000 Euro auf 500.000 Euro zu verzehnfachen.

Unterdessen blieb die Meinung von Prof. Christian Pfeiffer nicht unumstritten. Nicht nur die Mitverfasser der Studie halten ein strafrechtlich sanktioniertes Verbot für überflüssig, auch die Autoren einer englischen Studie kommen nach Aussagen des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware zu dem Ergebnis, dass Gewaltdarstellungen in Filmen viel emotionaler wirken als solche in Computerspielen. Auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries steht dem Vorstoß der Länderminister ablehnend gegenüber.

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Quellen