James Foley durch britischen Islamisten hingerichtet

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Veröffentlicht: 22.08.2014, 10:58 (CEST)
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London (Vereinigtes Königreich), 22.08.2014 – Bereits bei der Veröffentlichung des Videos, das die Tötung des amerikanischen Journalisten James Foley zeigt, wurde über die Identität des Mörders spekuliert. Es wurde direkt auf den britischen Akzent des Mannes hingewiesen, und nachdem das Video mittlerweile von US-Experten als authentisch bestätigt wurde, wurde klar, dass es sich bei dem Mann um einen Briten handeln muss. Sprachexperten haben den Akzent des Mannes auf das East End von London, möglicherweise auch den Süd-Osten Englands, eingegrenzt und nehmen auch an, dass er eine zweite Sprache fließend spricht. Gleichzeitig wird aber auch darauf hingewiesen, dass die Sprache nur ein Puzzleteil in der Identifizierung des Mannes ist.

Polizei und Geheimdienstexperten versuchen, die Identität des Mannes zu klären. Es wird vermutet, dass sich ungefähr 400 Männer britischer Abstammung unter den Kämpfern des IS befinden. Der Mann, der jetzt wegen des Mordes an James Foley gesucht wird, ist den Behörden bereits seit Längerem bekannt. Doch weil nicht nur Geheimdienstexperten, sondern auch Scotland Yard sich um die Identifizierung bemühen, könnte der Mann bereits in England wegen islamistischer Aktivitäten aufgefallen sein. Bekannt ist auch, dass der Mann, der sich selbst „John“ nennt, leitender Unterhändler für die Freilassung ausländischer Geiseln in der nordsyrischen Stadt ar-Raqqa war. Von einer damaligen Geisel wird er als intelligent, gut gebildet und fanatischer Anhänger islamistischer Koranauslegungen beschrieben. Er soll zu einer dreiköpfigen Gruppe von Briten gehören, die beim IS als „Die Beatles“ bekannt sind und dementsprechend die Spitznamen „John“, „Paul“ und „Ringo“ haben.

Die Rolle des Mannes in dem Video wird als besonderer Propagandaschachzug interpretiert. Durch die offensichtlich westliche Herkunft des Mannes soll der Film als Rekrutierungsmedium in den USA und Großbritannien dienen und diesen Zweck auch deutlich an die betreffenden Regierungen vermitteln. Der Besitz oder die Vorführung des Videos ist in Großbritannien unter Anti-Terrorismusgesetzen verboten, verschiedene Medien bringen aber trotzdem Auszüge aus der Ansprache in gedruckter Form oder als Soundbites.

Der britische Premierminister David Cameron unterbrach seinen Urlaub für 24 Stunden, um eine Krisensitzung der Regierung zur Situation im Irak zu leiten. Er sei sehr geschockt davon, dass es sich bei dem Mörder um einen Mann britischer Herkunft handele, erklärte er. Der britischen Regierung und den Geheimdiensten ist die Rekrutierung durch Islamisten in Großbritannien seit Langem bekannt, doch wolle man keine übereilten Maßnahmen treffen, dieses jetzt zu stoppen, hieß es dazu von der Regierung.

Die Identifizierung der Männer, die als Kämpfer tätig sind, wird als wichtig angesehen, da sie sehr wahrscheinlich zu einem späteren Zeitpunkt versuchen werden, in ihre Heimat zurückzukehren, wo sie dann ggf. mit einer Strafverfolgung rechnen müssen. Sollten sie ihren Kampf in Syrien und dem Irak verlieren und anschließend in ihre Heimatländer zurückkehren, geht man auch davon aus, dass sie, nachdem sie dort extrem gewalttätig geprägt wurden, diese Gewalt auch in die Heimatländer zurücktragen, wenn man sie nicht identifiziert und damit kontrollieren kann.


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