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Human Rights Watch: Misshandlungen von irakischen Gefangenen durch amerikanische Soldaten weiterhin an der Tagesordnung

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Artikelstatus: Fertig 22:07, 26. Jul. 2006 (CEST)
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Nach dem Abu-Ghuraib-Skandal geht der Missbrauch von irakischen Gefangenen in US-Hand laut Human Rights Watch weiter

New York (Vereinigte Staaten), 25.07.2006 – Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat einen Bericht über die Behandlung von Gefangenen im Irak durch US-Soldaten nach dem Skandal um das Abu-Ghuraib-Gefängnis veröffentlicht. Dem Bericht zufolge gehen Folter und Misshandlungen von Gefangenen in US-Hand im Irak routinemäßig weiter und werden zugelassen. Das Dokument enthält detaillierte Darstellungen von Missbrauchsfällen von Internierungslagern im Irak und Anschuldigungen eines Militär-Vernehmungsbeamten, der im Camp Nama in der Nähe des internationalen Flughafens in Bagdad stationiert ist.

Der 55-Seiten starke Bericht mit dem Titel „Kein Blut, kein Foul: Darstellungen von Soldaten über Gefangenenmissbrauch im Irak“ behauptet, dass die rauen Vernehmungstechniken von den Befehlshabern akzeptiert wurden. Soldaten beschrieben, wie Insassen routinemäßig zusammengeschlagen, schmerzvollen Stresssituationen unterworfen, mit Schlafentzug gefoltert und extremen heißen und kalten Temperaturen ausgesetzt wurden. Die Beschreibungen stammen aus Interviews, die von Human Rights Watch geführt und durch Notizen und unter Eid bekräftigten Aussagen, die in der Geheimhaltung unterliegenden Dokumenten enthalten waren, ergänzt wurden.

Marc Garlasco, Militäranalyst von Human Rights Watch, sagte: „Bis heute lagen zahlreiche Anschuldigungen und Beweise in der Luft, dass Missbrauchstechniken von Soldaten ganz oben in der Kommandohierarchie gebilligt wurden.“ „Parlamentsmitglieder vor Gericht haben versucht, dies in ihrer Verteidigung anzuführen und haben nichts erreicht. Zum ersten Mal haben wir klare Informationen über die Reichweite der Autorisierung von Missbrauchstechniken gewonnen, und sie weisen direkt zu befehlshabenden Offizieren und zum Pentagon.“

John Sifton, Rechercheur bei Human Rights Watch, sagte: „Soldaten wurde gesagt, dass die Genfer Konventionen nicht anzuwenden seien und dass Vernehmungsbeamte Beleidigungstechniken anwenden könnten, um Gefangene zum Sprechen zu bringen.“

Das Verteidigungsministerium bestritt, dass das Pentagon diese Methoden gebilligt habe.

Der Oberstleutnant Mark Ballesteros, ein Pentagonsprecher, sagte: „Der Grundsatz des Verteidigungsministerium war und wird immer die humane Behandlung von Gefangenen in seinem Gewahrsam sein.“ Es gebe eine Einsatzgruppe im Irak, die die Behandlung von Häftlingen überwache und ein Dutzend Überprüfungen von Verfahrensweisen im Umgang mit Häftlingen gemacht habe. Keine der Überprüfungen habe ergeben, dass das Verteidigungsministerium jemals Häftlingsmissbrauch angeordnet oder stillschweigend geduldet hätte.

Der Human-Rights-Watch-Bericht schlägt vor, eine von beiden Parteien getragene Kommission einzusetzen, um die Reichweite von Häftlingsmissbrauch im Irak zu untersuchen. Das militärische Rechtssystem soll gründlich überprüft werden und es soll ein unabhängiger Ankläger ernannt werden, der solche Fälle untersucht und die Verantwortlichen strafrechtlich verfolgt.

Marc Garlasco sagte: „In der jetzigen Situation der langen Besetzung im Irak und in Afghanistan mit Truppenrotationen gibt es keinen Grund, dass ein unabhängiger Ankläger nicht mit Missbrauchsanschuldigungen zurechtkommen könnte.“ „Es würde einen Unterschied ausmachen, wenn die E-3, die Gefreiten, in dem Gebiet sehen würden, dass einige höhere Beamte, die Folter geduldet haben, von Militärgerichten verurteilt würden, anstatt befördert zu werden.“

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 23.07.2006

Quellen