Google bietet Version 2.0 seines Browsers „Chrome“ zum Download an

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Veröffentlicht: 17:18, 24. Mai 2009 (CEST)
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24.05.2009 – Der Suchmaschinenbetreiber Google Inc. hat den Anwendern die Version 2.0 seines Internetbrowsers Google Chrome zum Download bereitgestellt. Die erste Version ist seit September 2008 auf dem Markt. Das Softwareprodukt ist kostenlos und laut Google wurde der Quellcode als Open Source freigegeben. Herstellerangaben zufolge soll die Version wesentlich stabiler sein, da bei der Entwicklung der neuen Version 300 Softwarefehler (bugs) behoben wurden. Die neue Version soll vor allem einen erheblichen Geschwindigkeitsgewinn beim Surfen bringen, weil insbesondere Webseiten, die intensiven Gebrauch von JavaScript machen, schneller aufgebaut werden können. Google gibt an, dass in Chrome 2.0 JavaScript um bis zu 30 Prozent schneller verarbeitet werden könne. Hinzu kommen weitere neue Features wie die Funktion zum automatischen Ausfüllen von Webformularen (die es bei anderen Browsern allerdings auch schon gibt) sowie ein Vollbildmodus. In einem Firmenvideo wird auf eine erhöhte Sicherheit der Browserarchitektur hingewiesen. So laufen Anwendungen in verschiedenen Tabs des Browsers getrennt voneinander. Konkret bedeutet das: Stürzt eine Anwendung, die in einem Tab läuft, ab, stürzt nicht gleich alles andere auch mit ab.

Trotz der Verbindung zu der praktisch auf jedem PC weltweit genutzten Suchmaschine gelang es Google bisher nicht mit dem neuen Browser nennenswerte Marktanteile zu erobern. Mit 66 Prozent Marktanteil ist Microsofts Internet Explorer nach wie vor Nummer Eins bei den Anwendern, gefolgt von dem Open-Source-Browser Mozilla Firefox mit nun 22,5 Prozent. Auch Apples Browser-Software Safari liegt mit 8,2 Prozent noch vor Google Chrome mit einem Marktanteil von rund 1,4 Prozent (Angaben laut market share). Sollte sich der Marktanteil von Googles Browser Chrome nennenswert erhöhen, befürchten Beobachter, dass Google dann seine Unterstützung für den Open-Source-Browser von Mozilla zurückfahren könnte. Zurzeit ist Google größter Sponsor für dieses Softwareprojekt (Wikinews berichtete).

Bei der Veröffentlichung der ersten Version von Googles Chrome war Kritik vor allem von Datenschützern geäußert worden. Es wird befürchtet, dass die Informationsmacht des Suchmaschinenbetreibers noch weiter anwachsen könnte, da Nutzerdaten durch den neuen Browser systematisch erfasst würden. Peter Eckersley von der Electronic Frontier Foundation (EFF) wurde dazu mit den Worten zitiert: „Uns beunruhigt, dass Chrome ein weiteres gigantisches Förderband ist, über das persönliche Informationen zur Internetnutzung in Googles Datentresore gelangen.“ Die neue Version gelobt in dieser Hinsicht Besserung. So soll ein „Inkognito-Modus“ durch Anwenderbefehle einstellbar sein. Außerdem ist es möglich, eine andere Suchmaschine als Google einzustellen. Auch die automatischen Linkvorschläge der sogenannten Omnibox lassen sich ausschalten.

Zuletzt war Google wegen seines neuen Softwaredienstes Street View in die Kritik geraten. Der Dienst nimmt Ansichten von Straßen und Häusern in seinen Datenbestand auf, um dem Anwender Einblicke in jede Straße auf dem Planeten zu ermöglichen. Bürger hatten sich wegen der Verletzung ihrer Privatsphäre über das Softwareprojekt beschwert. In Deutschland soll der Dienst noch 2009 starten, zurzeit läuft noch die Erfassung von Straßenzügen. Griechenland ließ kürzlich wegen datenschutzrechtlicher Bedenken die Erfassung von Straßen und Häusern in dem Land stoppen.

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Quellen