Zum Inhalt springen

Fußball-EM in Charkow: Deutschland gegen Holland – Jewgenija Timoschenko auf Deutschlandbesuch

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Veröffentlicht: 06:31, 14. Jun. 2012 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Charkow (Ukraine) / Wiesbaden (Deutschland), 14.06.2012 – Die Fußballnationalmannschaften von Deutschland und Holland begegneten sich im Stadion von Charkow in der Ukraine. Das fair ausgetragene Spiel endete 2 zu 1 für Deutschland. In dieser Stadt ist Julia Timoschenko, die nach einem Hungerstreik und massiven Protesten des Westens in einem Krankenhaus nahe der Stadt behandelt wird, als politische Gefangene inhaftiert. Politiker aus den Niederlanden und aus Deutschland findet man deshalb kaum unter den Zuschauern.

Während des Spiels rollen zwei Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen ein Banner aus, um an das Schicksal von Julia Timoschenko zu erinnern. Jewgenija Timoschenko, ihre Tochter, ist am Mittwoch nach Wiesbaden zu Besuch gekommen und hat dabei an das Los vieler politischer Gefangener in der Ukraine erinnert: „Wir appellieren an die demokratische Welt, alles zu unternehmen, das Regime zu stoppen.“ Das Vorgehen von Präsident Viktor Janukowitsch sei nicht akzeptabel, die westliche Welt müsse „radikale Signale“ senden.

Jewgenija Timoschenko traf die Justizminister von Bund und Ländern auf deren Konferenz in Wiesbaden. Sie berichtete vom Gesundheitszustand ihrer Mutter. Julia Timoschenko ist seit Oktober 2011 inhaftiert. Sie hatte in der Haft einen Bandscheibenvorfall, und ihr Arzt sei nicht sicher, ob sie sich im Gefängnis überhaupt von dem Vorfall erholen könne, sagte die Tochter. Ihre Mutter werde sich trotz ihrer Beschwerden weiter für die Demokratie in der Ukraine einsetzen. Die Tochter weiter zur Situation im Land und zu Viktor Janukowitsch: „Sein Ziel ist es, seine politischen Gefangenen für den Rest ihres Lebens inhaftiert zu lassen.“ Besonders wegen der Ende Oktober anstehenden Wahlen verstärke das Regime den Druck auf die Opposition, auch vor physischer Gewalt schrecke es nicht zurück.

Themenverwandte Artikel

[Bearbeiten]


Quellen

[Bearbeiten]