FBI nutzt web 2.0 für Entschlüsselung in einem Mordfall

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Veröffentlicht: 13:29, 31. Mär. 2011 (CEST)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 31.03.2011 – Das Federal Bureau of Investigation (FBI) versucht in einem Mordfall, die neuen Möglichkeiten des Internets für seine Ermittlungstätigkeiten zu nutzen.

Im zugrunde liegenden Fall wurde am 30. Juni 1999 in St. Louis, Missouri (USA), die Leiche von Ricky McCormick gefunden. Nach den bisherigen Ermittlungen starb er eines unnatürlichen Todes und wurde auf einem Feld abgelegt. In der Hosentasche des Opfers wurde ein Zettel mit einer wahrscheinlich verschlüsselten Notiz gefunden, die nach der Auffassung des FBI nicht älter als drei Tage vor dem Todeszeitpunkt ist. Laut der Aussage von Familienmitgliedern verschlüsselte das Opfer seit seiner Kindheit seine Notizen. Allerdings ist nach bisherigen Erkenntnissen weder den Familienmitgliedern noch anderen Personen der Schlüssel für eine Entzifferung der Notizen bekannt. Auch fehlen vergleichbare, vom Opfer zuvor verschlüsselte Texte, deren Inhalt bekannt ist.

Weder die durch die Ermittler hinzugezogenen Spezialisten des FBI der Abteilung „Cryptanalysis and Racketeering Records Unit“ (CRRU) noch Mitglieder der „American Cryptogram Association“ waren bislang in der Lage, die Notiz zu entschlüsseln.

Infolge dessen entschloss sich nunmehr das FBI, sich an die Nutzer des Internets mit dem Aufruf zur Entschlüsselung des Textes zu wenden. Hierzu wurden einige Informationen und Fotos der vermeintlich verschlüsselten Notizen auf den Internetseiten des FBI veröffentlicht. Hierdurch hofft das FBI, mit Hilfe der als web 2.0 genannten Schwarmintelligenz des Internets weitere Lösungsansätze und damit neue Informationen im Ermittlungsfall zu erhalten.

Die heutigen Möglichkeiten der Schwarmintelligenz im Internet im so genannten Zeitalter des web 2.0 hatte beispielsweise auch der Politiker Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg zu spüren bekommen. Nachdem ihm durch zwei Wissenschaftler vorgeworfen worden war, er habe Teile seiner Doktorarbeit wortwörtlich ohne Einhaltung der erforderlichen Zitierregeln von anderen Quellen abgeschrieben, bildeten sich im Zuge der intensiven medialen Berichterstattung und öffentlichen Diskussion im Internet Seiten wie das „GuttenPlag Wiki“, wo dessen Doktorarbeit durch eine Vielzahl von Internetnutzern akribisch nach weiteren Unregelmäßigkeiten durchsucht wurde.

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Quellen