Erneut Erdbeben in der Türkei mit Toten und Verletzten

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Veröffentlicht: 08:16, 22. Feb. 2023 (CET)
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Istanbul (Türkei), 22.02.2023 – Zwei Wochen nach den verheerenden Erdbeben, die im Südosten der Türkei und Nordwesten Syriens mehrere zehntausend Menschenleben forderten, haben sich im betroffenen Gebiet erneut zwei starke Erdbeben ereignet. Nach vorläufigen Informationen von Montagabend wurden in der Türkei drei Personen getötet und über 213 weitere wurden in Krankenhäuser gebracht. Das erste Beben ereignete sich um 20:04 Uhr Ortszeit (17:04 Uhr UTC).

Die Erdbebenwarte Kandilli in Istanbul teilte mit, dass das Epizentrum des Erdbebens mit der Magnitude 6,4 im Bezirk Samandağ in der Provinz Hatay gelegen habe. Drei Minuten später folgte ein zweiter Erdstoß mit der Magnitude 5,8. Beide Beben ereigneten sich südwestlich der Großbeben mit den Epizentren in der Provinz Kahramanmaraş vom 6. Februar. Es haben sich rund zwei Dutzend Nachbeben ereignet, teilte der türkische Vizepräsident Fuat Oktay am Montagabend mit. Die beiden Beben seien außer in der Türkei und Syrien auch in Israel, Jordanien und Ägypten sowie im Irak und im Libanon zu spüren gewesen, berichteten verschiedene Medien.

Viele Menschen sind nach den Erdstößen auf die Straßen geflüchtet, teilweise ist der Strom ausgefallen. Der Bürgermeister der Provinzhauptstadt Hatay warnte die Einwohner über Twitter vor einsturzgefährdeten Gebäuden. In der Hafenstadt Iskenderun musste das Krankenhaus evakuiert werden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Auch in der Umgebung der syrischen Stadt Aleppo sind wieder Häuser zusammengestürzt, darunter in Dschindris. Nach Mitteilung der Weißhelme, einer gemeinnützigen Zivilschutzorganisation, stürzten in mehreren Städten und Dörfern Hauswände ein und Balkone stürzten herunter. Mehrere Menschen seien in Panik aus Fenstern und von Balkonen gesprungen und hätten sich dadurch verletzt, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit, auch im Gedränge seien Menschen verletzt worden. Die Beobachtungsstelle berichtete von 470 Verletzten in Syrien. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR teilte über Twitter mit, dass viele Bewohner ihre Häuser verlassen hätten und ziellos durch die Straßen ziehen. Davon sei auch die Hauptstadt Damaskus betroffen.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hatten für Dienstag, 21. Februar, eine gemeinsame Reise in das Erdbebengebiet absolviert, um sich ein Bild der Lage zu machen. Seit den Erdbeben von 6. Februar wurden mehr als 6000 Nachbeben registriert, davon erreichten rund 40 eine Magnitude zwischen 5 und 6.


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Quellen[Bearbeiten]