Ergebnisse der Bundestagswahl 2005

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Artikelstatus: Fertig 17:51, 19. Sep. 2005 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Vorläufiges Zwischenergebnis (ohne Dresden I) 00:36

Partei Stimmanteil Sitze
CDU/CSU 35,2 % 225
SPD 34,3 % 222
FDP 9,8 % 61
Linkspartei 8,7 % 54
Grüne 8,1 % 51
Andere 3,9 % -



Bundestagswahl 2005 Ergebnis nach 18. September.png

Berlin (Deutschland), 18.09.2005 – Heute waren 62 Millionen Bundesbürger zur Abgabe ihrer Stimme bei der Wahl zum 16. Deutschen Bundestag aufgerufen. Mindestens 598 Bundestagsmandate sind zu vergeben. Die Wahllokale waren von 08:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Die um ein Jahr vorgezogene Wahl kam zustande, nachdem Bundeskanzler Gerhard Schröder die Vertrauensfrage verloren hatte. Das Bundesverfassungsgericht hatte Klagen zweier Abgeordneter abgewiesen, die das Verfahren als nicht verfassungskonform angesehen hatten.

Im Wahlkreis Dresden I wird erst am 2. Oktober gewählt, da eine Kandidatin der NPD verstarb. Erst wenn die 220.000 Wahlberechtigten die Möglichkeit einer Stimmabgabe gehabt haben, kann das amtliche Ergebnis veröffentlicht werden. Bis dahin werden den Hochrechnungen nur die Ergebnisse der anderen 298 Wahlkreise zugrunde gelegt.

Wahlverlauf und Wahlbeteiligung

Wie der Bundeswahlleiter mitteilte, lag die Wahlbeteiligung im Zeitraum von 8:00 bis 14:00 Uhr bei 41,9 Prozent. Hierbei ist die Zahl der abgegebenen Stimmen per Briefwahl noch nicht berücksichtigt. Bei der Bundestagswahl 2002 hatten zu diesem Zeitpunkt 42,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Am Ende des Wahlabends (Stand: 00:35 Uhr) gab der Bundeswahlleiter eine Wahlbeteiligung von 77,7 Prozent der Wahlberechtigten bekannt. Das entspricht einer absoluten Zahl von 47.879.927 Wählern.

Reaktionen aus Deutschland

CDU/CSU

Kanzlerkandidatin Angela Merkel sowie CSU-Vorsitzender Edmund Stoiber sprachen von einer Abwahl von Rot-Grün und einem Regierungsauftrag der Wähler für die Union.

In einem Interview sprach Angela Merkel von der Möglichkeit einer großen Koalition unter einer Kanzlerin Merkel.

Angela Merkel will Gespräche mit allen Parteien aufnehmen, außer mit der Linkspartei. Laut ihren Aussagen schließt sie, bis auf eine Koalition mit der Linkspartei, keine Kombination aus. Sie geht davon aus, dass Guido Westerwelle auf keinen Fall mit der SPD als Koalitionspartner liebäugelt.

Stoiber sagte, die Union benötige entweder die SPD oder die Grünen um eine Regierung zu bilden.

SPD

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) schlossen eine Koalition mit Beteiligung der Linkspartei aus. Müntefering sprach von einem Riesenerfolg für Gerhard Schröder und die SPD.

Schröder zeigte sich in Siegerpose und wurde von einer tobenden Menge zunächst nicht zu Wort gelassen. Zitat von Schröder: „Wir haben etwas erreicht, was viele für völlig unmöglich gehalten haben.“ Schröder sagte, er werde dafür sorgen, dass es in den nächsten vier Jahren eine Regierung unter seiner Führung geben wird. Unter Franz Müntefering wird es Koalitionsgespräche geben, allerdings nicht mit der Linkspartei. Andere Möglichkeiten schloss Schröder nicht aus.

FDP

Die FDP feierte eines der besten Wahlergebnisse in der Geschichte der Partei.

Die Freien Demokraten schließen eine so genannte Ampelkoalition (Rot-Gelb-Grün) mit SPD und Grünen aus. Dies bestätigte der Parteivorsitzende Guido Westerwelle am Abend. Wolfgang Gerhard geht davon aus, dass seine Partei in die Opposition gehen wird anstatt in einer Regierung mitzuarbeiten.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen wollen nur eine Fortsetzung der Koalition mit den Sozialdemokraten. Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte, die Grünen seien nun in der Opposition und dass nun die großen Parteien am Zug seien. Rot-Grün habe durch das Wahlergebnis seine Mehrheit verloren, aber Schwarz-Gelb sei gescheitert.

Die Linke.PDS

Die Linkspartei, auf deren Listen auch Kandidaten der WASG kandidiert hatten, schloss jegliche Koalition mit anderen Fraktionen aus. Oskar Lafontaine schreibt der Linkspartei den Verdienst zu, die Regierung durch Traditionskoalitionen verhindert zu haben.

Bilder

Themenverwandte Artikel

Quellen