Bundestagswahl 2005: Die SPD siegt im Norden, im Süden die CDU

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Artikelstatus: Fertig 23:07, 19. Sep. 2005 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen, sondern einen Folgeartikel schreiben.
Dies ist ein Artikel, der für einen Wettbewerb eingereicht wurde. Falls ein Einspruch eingelegt wird, bitte Schiedsrichter Cyper davon unterrichten.

Berlin (Deutschland), 19.09.2005 – Die Ergebnisse der Bundestagswahl 2005 liegen nun vor. Die Verteilung der Stimmen auf die politischen Parteien ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Die Stimmenverteilung bringt ein deutliches Nord-Süd- und ein ebenso deutliches Ost-West-Gefälle zum Ausdruck.

In allen nördlichen Bundesländern schnitten die Sozialdemokraten deutlich besser ab als die CDU. In Hamburg, wo die CDU bei den letzten Landtagswahlen die absolute Mehrheit errang und zurzeit den Bürgermeister stellt, erreichte die SPD 38,7 Prozent der Stimmen gegenüber 28,9 Prozent der CDU. Im CDU-regierten Niedersachsen gelang es der CDU nicht, an ihr positives Ergebnis der letzten Landtagswahlen anzuknüpfen. Sie liegt hier mit 33,6 Prozent neun Prozentpunkte hinter der SPD, die 43,2 Prozent der Stimmen erringen konnte. Selbst in Nordrhein-Westfalen, wo die SPD bei den letzten Landtagswahlen eine erdrutschartige Niederlage hinnehmen musste, was ja bekanntlich auch zur Vertrauensfrage des Bundeskanzlers führte, gelang es der SPD, die CDU zu überholen. Sie konnte hier 40 Prozent für sich verbuchen, während die CDU hier nur auf 34,4 Prozent kam. Insgesamt erreichte die SPD in zwölf von sechzehn Bundesländern mehr Stimmen als die CDU. Lediglich Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen fielen mehrheitlich an die CDU beziehungsweise CSU.

Das Ost-West-Gefälle zeigt sich vor allem bei den Stimmenverhältnissen der Linkspartei, die in den östlichen Bundesländern nach wie vor wesentlich stärker gewählt wurde als in den westlichen Bundesländern. In allen fünf Bundesländern des Ostens konnte die Linkspartei, auf deren Listen vor allem im Westen ja auch Kandidaten der WASG antraten, mehr als zwanzig Prozent für sich verbuchen. In Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde die Linkspartei nach der SPD zweitstärkste Kraft. In den westlichen Bundesländern lagen ihre Stimmenergebnisse jeweils meist knapp unter oder über der Fünf-Prozent-Marke. Ihr schlechtestes Ergebnis erzielte die Partei in Bayern mit 3,4 Prozent der Stimmen. Im Saarland, dem Bundesland, in dem einer der beiden Spitzenkandidaten der Linkspartei, Oskar Lafontaine, einmal Oberbürgermeister und später Ministerpräsident war, gelang den Linken mit 18,5 Prozent der Stimmen ein Achtungserfolg.

Am Rande sei als ein wichtiges Ergebnis der zurückliegenden Bundestagswahl notiert, dass es der NPD in keinem Bundesland gelang, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen. In Sachsen verfehlte sie dieses Ziel mit 4,9 Prozent allerdings nur knapp.

Ergebnisse der einzelnen Bundesländer (laut vorläufigem amtlichen Zwischenergebnis)

Bundesland SPD CDU/CSU FDP Grüne Linke NPD
Schleswig-Holstein 38,2 36,4 10,1 8,4 4,6 1,0
Mecklenburg-Vorpommern 31,7 29,6 6,3 4,0 23,7 3,5
Hamburg 38,7 28,9 9,0 14,9 6,3 1,0
Niedersachsen 43,2 33,6 8,9 7,4 4,3 1,3
Bremen 43,0 22,8 8,1 14,3 8,3 1,4
Brandenburg 35,8 20,6 6,9 5,1 26,6 3,2
Sachsen-Anhalt 32,7 24,7 8,1 4,1 26,6 2,5
Berlin 34,4 22,0 8,2 13,7 16,4 1,6
Nordrhein-Westfalen 40,0 34,4 10,0 7,6 5,2 0,8
Sachsen 24,3 30,4 9,8 4,6 23,0 4,9
Hessen 35,7 33,7 11,7 10,1 5,3 1,2
Thüringen 29,8 25,7 7,9 4,8 26,1 3,7
Rheinland-Pfalz 34,6 36,9 11,7 7,3 5,6 1,3
Baden-Württemberg 30,1 39,2 11,9 10,7 3,8 1,1
Bayern 25,5 49,3 9,5 7,9 3,4 1,3
Saarland 33,3 30,2 7,4 5,9 18,5 1,8

Themenverwandte Artikel

Quellen