Berliner Polizei verhindert Brandanschlag auf Hauptbahnhof

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Veröffentlicht: 18:56, 10. Okt. 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Berlin (Deutschland), 10.10.2011 – Am Berliner Hauptbahnhof ist am Montag ein Brandanschlag vereitelt worden. Ein Bahnmitarbeiter hatte gegen Mittag an den Gleisen der nördlichen Tunnelausfahrt mehrere verdächtige Gegenstände entdeckt. Nach ersten Untersuchungen soll es sich dabei um Brandsätze gehandelt haben. Ein Behälter mit einer unbekannten Substanz wurde sichergestellt. Die Fundstelle wurde abgesperrt, die Bahn leitete Fern- und Regionalzüge um. Die Tunnelausfahrt liegt nur einige hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes soll die Ermittlungen übernommen haben. Der Hauptbahnhof musste nicht gesperrt werden.

Bereits der zweite Anschlag

Am gleichen Tag hatte es morgens bereits einen Anschlag auf die Strecke Berlin-Hamburg gegeben. Die Täter hatten zwischen den Bahnhöfen Brieselang und Finkenkrug Abdeckplatten eines Kabelschachtes angehoben und die Kabel mit Brandbeschleuniger unbrauchbar gemacht. Es kam zu massiven Verspätungen. Die Bahn geht davon aus, dass die Reparaturen bis Dienstagvormittag andauern werden.

Ein Zusammenhang zwischen den beiden Straftaten ist nicht auszuschließen. Anlässlich des zweiten Anschlags sagte eine Sprecherin der Bundespolizei: "Die Gegenstände ähnelten verdächtig denen, die heute früh bei dem Anschlag auf die Bahnstrecke Berlin-Hamburg gefunden worden waren". Die Welt berichtet, dass sich eine linksextreme Gruppe im Internet zu dem ersten Brand bekannt habe. Damit würde sie gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr protestieren. Der BILD-Zeitung liegt angeblich ein Bekennerschreiben vor. Die Gruppe nenne sich „Hekla-Empfangskommitee – Initiative für mehr gesellschaftliche Eruptionen. Hekla ist der Name eines isländischen Vulkans. „Inwieweit die Gruppe bisher bekannt ist oder mit anderen Personen möglicherweise in Zusammenhang gebracht werden kann, ist derzeit völlig unklar“, sagte LKA-Sprecher Toralf Reinhardt laut der Welt. Es werde geprüft, ob das Schreiben authentisch sei.

Am 23. Mai 2011 war der Berliner Bahnhof Ostkreuz durch einen Brandanschlag teilweise lahm gelegt worden. Der Tagesspiegel berichtet von Parallelen zwischen dem heutigen Anschlag und damals. Beide Male hätten die Täter im Bekennerschreiben ihren Namen an isländische Vulkane angelehnt.

Themenverwandte Artikel

Quellen