Berichte über Vorbereitungen der USA auf einen Iran-Krieg

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Artikelstatus: Fertig 19:16, 27. Feb. 2007 (CET)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Teheran (Iran), 27.02.2007 – Meldungen häufen sich, wonach die Öffentlichkeit auf einen Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran vorbereitet werden soll. Laut Berichten des Magazins „The New Yorker“ hat das Pentagon eine Sonderplanungsgruppe eingerichtet, die einen Kriegseinsatz von Streitkräften im Iran planen soll. Umgekehrt berichtet Teheran, dass das Land auf einen möglichen bewaffneten Konflikt vorbereitet sei.

Wie „The New Yorker“ unter Bezugnahme auf nicht näher genannte ehemalige und derzeit aktive Geheimdienstvertreter berichtete, soll die Sonderplanungsgruppe Angriffspläne für Bombardierungen erarbeiten, die binnen 24 Stunden nach Anordnung durch den Präsidenten umsetzbar sein sollen. Ursprünglich hätte diese Gruppe die Zerstörung atomarer Anlagen und einen Regimewechsel als Ziel gehabt, arbeite jedoch im Moment mehr daran, Versorgungseinrichtungen für Aufständische im Irak zu finden. In einem von Seymour Hersh für das Magazin verfassten Artikel heißt es, innerhalb der Armee und der internationalen Gemeinschaft nehme die Überzeugung zu, dass das Ziel der Bush-Regierung in der Konfrontation mit dem Iran ein Regimewechsel sei, obwohl offiziell vom Vorrang einer diplomatischen Lösung des Konflikts gesprochen werde. Die angeblich geplanten Bombardierungen basierten auf der Annahme, dass sie die Regierung des Iran demütigen würden. Anschließend erwarte die US-Regierung, dass ein Volksaufstand die iranische Regierung zum Fall bringe, so der „New Yorker“. Im besagten Artikel wird ein führender Pentagonberater, dessen Name nicht genannt wird, mit folgenden Worten zitiert: „Diese Regierung glaubt, dass eine Veränderung der Machtstruktur im Iran – und das heißt Krieg – der einzige Weg ist, das Problem zu lösen.“ Diese Einstellung sei aber gefährlich, weil sie im Iran den Glauben stärke, man könne das Land nur verteidigen, indem man zur Atomstreitmacht werde. Laut einem ehemaligen führenden Geheimdienstmitarbeiter, den Seymour Hersh in seinem Artikel zitiert, hält das Weiße Haus Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad für einen potentiellen Hitler.

Die „USS John C. Stennis“ (links)

Am Samstag hatte die britische Zeitung „Daily Telegraph“ berichtet, dass Israel beim US-Verteidigungsministerium eine Genehmigung für einen Luftkorridor im Irak für den Fall eines israelischen Raketenangriffs auf iranische Nuklearanlagen beantragt habe. Heute dementierte der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Ephraim Sneh diesen Bericht. Ephraim Sneh hält entsprechende Berichte für Ablenkungsmanöver derer, die keine politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Schritte gegen den Iran ergreifen wollten.

Der stellvertretende iranische Außenminister Manuchehr Mohammadi sagte gegenüber dem Fernsehsender Isna am Sonntag, dass das Land für die Fortsetzung seines Atomprogramms auch in den Krieg ziehen wolle und UN-Sanktionen auf sich nehme.

Unterdessen verstärken die Vereinigten Staaten ihre militärische Präsenz in der Golfregion. Mit der „USS John C. Stennis“ wurde jetzt ein zweiter US-Flugzeugträger in der Region stationiert. Der andere Flugzeugträger ist die „USS Dwight D. Eisenhower“. Nach der Ankündigung einer neuen Militärstrategie für den Irak Ende Januar hatte der US-Präsident die Verlegung des zweiten Flugzeugträgers in den Persischen Golf bereits angekündigt. Der zweite Flugzeugträger soll die Einsatzkräfte der USA in Afghanistan unterstützen.

Quellen