Ab heute biometrischer Reisepass

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Berlin (Deutschland), 01.11.2005 – Ab heute gibt es in Deutschland den biometrischen Reisepass (ePass). Damit ist Deutschland eines der ersten Länder der Europäischen Union (EU), das den neuen Pass einführt.

Der neue Reisepass enthält einen RFID-Chip mit dem digitalen Bild des Passinhabers. Ab März 2007 werden auch die Fingerabdrücke der beiden Zeigefinger des Passinhabers als weiteres biometrisches Merkmal aufgenommen. Die RFID-Technik ermöglicht dabei das drahtlose Auslesen der Daten aus dem Pass.

Durch die Aufnahme der biometrischen Merkmale soll die Fälschungssicherheit der Pässe erhöht werden. Dazu Bundesinnenminister Otto Schily (SPD): „Der neue ePass ist ein Sicherheitsgewinn für Deutschland. Er ist noch stärker gegen Fälschungsversuche geschützt und unterstützt künftig die Identitätsfeststellung bei der Grenzkontrolle. Bei der Konzeption der neuen Pässe waren Datenschutz und Datensicherheit ein wichtiges Anliegen. Die Daten auf dem Chip sind sicher gegen unberechtigte Zugriffe geschützt.“

Der Preis des neuen Passes verdoppelt sich: Anstatt der bisherigen 26 Euro kostet der ePass 59 Euro - 37,50 Euro für Personen unter 26 Jahren. Wer noch einen alten Pass besitzt, muss ihn nicht umtauschen. Die alten Pässe behalten ihre Gültigkeit.

Wiederholt hatten Kritiker, darunter der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, die Einführung der neuen Pässe angegriffen. In einer Pressemitteilung erkärte Schaar: „Mir ist es besonders wichtig, dass die biometrischen Daten tatsächlich nur im Pass selbst und nicht in externen Dateien gespeichert werden. Bisher fehlen internationale Regelungen, die dies sicherstellen.“

Im Hinblick auf den vom Bundesinnenministerium nicht veröffentlichten Teil der Bio-P II-Studie zur System- und Überwindungssicherheit biometrischer Verfahren griff Schaar nochmals Schily an: „Ich halte es nicht für zielführend, dass die Ergebnisse der vom Bundesinnenministerium veranlassten Tests zur System- und Überwindungssicherheit der biometrischen Verfahren weitgehend unter Verschluss gehalten werden. Eine nachvollziehbare Bewertung, ob und wie viel mehr Sicherheit die Biometriepässe bringen, ist deshalb nicht möglich.“

Desweiteren wird in Frage gestellt, ob die neue Technik überhaupt Vorteile bringt. Eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) durchgeführte Studie am Frankfurter Flughafen kam zu folgendem Ergebnis: Eine hohe Rückweisungsquote in den am Frankfurter Flughafen durchgeführten Testläufen lässt befürchten, dass der ePass zunächst die Abfertigung verzögert, anstatt sie zu vereinfachen.

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Quellen