Ab 2010 strömt Erdgas aus Sibirien nach Deutschland

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Artikelstatus: Fertig 22:15, 8. Sep. 2005 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen, sondern einen Folgeartikel schreiben.
Dies ist ein Artikel, der für einen Wettbewerb eingereicht wurde. Falls ein Einspruch eingelegt wird, bitte Schiedsrichter Cyper davon unterrichten.

Berlin (Deutschland), 08.09.2005 – Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und der russische Präsident Wladimir Putin wohnten heute der Unterzeichnung eines deutsch-russischen Kooperationsabkommens zum Bau einer Erdgaspipeline von Russland durch die Ostsee nach Deutschland bei.

Am Bau der 1.200 Kilometer langen Pipeline, die vom russischen Ostseehafen Wyborg durch die Ostsee in die Region Greifswald führen wird, sind die deutschen Firmen E.ON und BASF sowie der russische Konzern Gasprom beteiligt, die dazu ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet haben. Die Kosten für den Bau der Erdgasleitung werden auf 5,7 Milliarden Euro beziffert. Die Inbetriebnahme der neuen Pipeline mit einer Transportkapazität von 27,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas ist für das Jahr 2010 geplant. Später soll sogar die doppelte Menge geliefert werden. Es sind auch Abzweigungen von der Hauptleitung nach Schweden, Finnland und zu der russischen Stadt Kaliningrad geplant.

Der Bundeskanzler würdigte das Abkommen als historischen Schritt, der die Versorgung Deutschlands mit Energie auf Jahrzehnte sichern werde.

Beim polnischen Ministerpräsidenten Aleksander Kwasniewski und in den baltischen Staaten stieß das deutsch-russische Abkommen auf Kritik, weil sie nicht an den Verhandlungen beteiligt waren. Auch Wolfgang Schäuble, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, kritisierte die Pläne als deutsch-russischen Alleingang, die Bundesregierung hätte mit den baltischen Staaten und Polen über das Projekt reden müssen. Diese Kritik aufgreifend sagte Schröder bei der Unterzeichnung des Abkommens in Berlin: „Diese Zusammenarbeit ist gegen niemanden gerichtet, sondern dient deutschen Interessen und dient russischen Interessen.” Nach einem Zusammentreffen Putins mit der Kanzlerkandidatin der CDU/CSU, Angela Merkel äußerte sich die CDU-Vorsitzende, anders als der außenpolitische Sprecher ihres Wahlkampfteams, Wolfgang Schäuble, positiv gegenüber dem deutsch-russischen Erdgasabkommen. Sie sagte, dies sei ein guter Tag für die deutsch-russischen Beziehungen.

Nach Angaben der Bundesregierung werden zurzeit 95 Milliarden Kubikmeter Erdgas in Deutschland verbraucht. Durch die neue Pipeline werde die Versorgungssicherheit im Nordwesten Europas erhöht. Der Bundeskanzler wies in diesem Zusammenhang auch auf die wachsende Unsicherheit auf den weltweiten Ölmärkten hin.

Quellen