Wochenüberblick: 3D-Video im Aufbruch bei Geräten, Fernsehsendern und Videokonsolen

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Veröffentlicht: 15:57, 2. Aug. 2009 (CEST)
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02.08.2009 – Diese Woche wurden in verschiedenen Bereichen Ankündigungen zum Thema räumlicher Eindruck bei Videoinhalten gemacht.

Rückseite der Sky+-HD-Settop-Box

Der britische Bezahlfernsehanbieter BSkyB kündigte an, einen 3D-Sender (3DTV) im Jahr 2010 starten zu wollen, der eine „breite Auswahl der besten verfügbaren 3D-Inhalte“ senden solle, wozu nicht nur 3D-Spielfilme, sondern auch Sportübertragungen zählen sollen. Weiter wurde angegeben, dass dazu keine neuen Receiver nötig seien: Die bereits erhältliche SKY+-HD-Box soll in der Lage sein, diesen 3D-Sender technisch zu empfangen und an ein Fernsehgerät weiterzugeben. BSkyB erwartet für 2010 die ersten „3D-ready“-Fernsehgeräte, mit denen sich die Inhalte wiedergeben lassen. An einem einheitlichen Standard zur Übertragung und zur Wiedergabe des Signals mit 3D-Inhalten wird zurzeit noch in einigen Gremien gearbeitet.

Der Fernsehhersteller JVC kündigte sein Display GD-463D10 mit HD-Auflösung von 1920*1080 Bildpunkten und einer Bilddiagonalen von 46 Zoll an, das durch seine „3d Visual Engine“ das 3D-Videosignal anzeigen kann. JVCs Display nutzt dazu Xpol-Polarisationsfilter, durch die das Videobild auf der Mattscheibe gefiltert wird, und zirkular polarisierende, batterielose Filterbrillen, mit denen der Eindruck von räumlicher Tiefe beim Zuschauer erzeugt wird. Das Display zeigt beide Videobilder für beide Augen zusammen an, und die Brille filtert die Bilder entsprechend den Augen, so dass nur das zum „richtigen“ Auge gehörende Bild auch dort ankommt.

Stereoskopiebild im „Side-by-Side“-Verfahren

EutelSat und Sensio senden stereoskopes 3D-Fernsehen in HDTV. Der Videoeingang kann Videosignale nach zwei 3D-Verfahren entgegennehmen: einerseits „Line-by-Line“, wobei beide Videobilder in einander „verkämmt“ werden und nachher wieder vom Display getrennt werden, und andererseits „Side-by-Side“, wobei auf einer Bildfläche beide Videobilder getrennt gezeigt werden und nachher vom Display halbiert werden müssen. Das letztere Verfahren wurde bereits vom Satellitenanbieter Eutelsat und Sensio dieses Jahr getestet.[1] JVCs GD-463D10 ist auf professionelle Nutzer in Unternehmen für Simulationen und wissenschaftlicher Forschung ausgelegt.

Anaglyphenbrille
Anaglyphenbild

Aber nicht nur Fernsehsender lassen sich auf solchen Geräten anzeigen, sondern auch Video- und Computerspiele eignen sich dafür. Der Regisseur James Cameron arbeitet zurzeit an seinem neuen Filmprojekt „Avatar“. Dieser Science-Fiction-Film wird nicht nur in stereoskopem 3D gedreht, sondern es wird auch eine Spielumsetzung dafür geben. Luc Duchaine, Senior International Brand Manager des Spiels, bestätigte gegenüber MTV Multiplayer, dass das Spiel ebenfalls eine 3D-Videoausgabe unterstützen werde, dieses aber eine 1080p-Auflösung voraussetze, die sich nur über einen HDMI-Ausgang erzielen lasse. Das heißt für Xbox360-Besitzer, dass die erste Generation das 3D-Spiel (in beiderlei Hinsicht, weil es 3D-Spielgrafik hat und stereoskopisches 3D daraus erzeugt) nur in 2D auf dem Fernseher anzeigen lassen kann, weil nur die nachfolgenden Xbox360-Modelle über einen HDMI-Ausgang verfügen. Das Spiel wird auch für die Playstation 3 (PS3) erscheinen, die ebenfalls einen HDMI-Ausgang besitzt, und für die Wii. Die PS3 wäre dazu in der Lage, aber wird nicht von Luc Duchaine im Blog erwähnt, und zur Wii wird explizit geschrieben, dass es keine 3D-Wiedergabeoption geben wird, weil sich das nur über das alte Anaglyphverfahren hätte umsetzen lassen und dieses keine Bildqualität biete, für die James Camerons Name synonym stehe. Beim Anaglyphverfahren werden die beiden Videobilder farbtechnisch so bearbeitet, dass bei dem einen Bild zum Beispiel der Rotanteil und bei dem anderen Bild der Blauanteil fehlt und dieses für die Augen entsprechend mit einer Brille mit roten und blauen Gläsern wieder ausgeglichen wird, wobei die Bilder für das „falsche“ Auge herausgefiltert werden.

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Quellen

  1. HDTVTotal.com: „Eutelsat und Sensio senden stereoskopes 3D-Fernsehen in HDTV“