Vereinigte Staaten schießen eigenen Spionage-Satelliten ab

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Veröffentlicht: 13:09, 22. Feb. 2008 (CET)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 22.02.2008 – Die Vereinigten Staaten haben in der Nacht zum gestrigen Donnerstag den 2.300 Kilogramm schweren Spionage-Satelliten USA 193 abgeschossen. Dabei gaben sie an, dass der Satellit außer Kontrolle geraten sei und aus Sicherheitsgründen – hochgiftiger Treibstoff in Form von 450 Kilogramm Hydrazin könnte auf die Erde gelangen – mit einer Rakete in der Umlaufbahn vernichtet werden sollte.

Die Rakete vom Typ SM-3 wurde von dem Kriegsschiff „USS Lake Erie“ nahe Hawaii abgeschossen und auf den Satelliten gelenkt, der sich in 210 Kilometer Höhe über der Erde befand. Der genaue Startzeitpunkt wurde zuvor nicht bekannt gegeben. Berechnungen zu Folge benötigte die Boden-Luft-Rakete fünf Minuten für den Flug und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 9,8 Kilometern pro Sekunde. Der wegen einer defekten Stromversorgung außer Kontrolle geratene künstliche Trabant, der mit 27.000 Kilometern in der Stunde auf einer Umlaufbahn unterwegs war, war am 14. Dezember 2006 in Vandenberg, Kalifornien, mit einer Delta-II-Rakete gestartet worden.

Laut James Cartwright – er ist Vizegeneralstabschef – ist der Satellit in viele Teile zerbrochen, von denen einige schon in die Erdatmosphäre eingetreten sind. Der größte Teil der Trümmer soll binnen 48 Stunden nach dem Abschuss aus der Erdumlaufbahn verschwunden sein. Die Staaten China und Russland warfen den Vereinigten Staaten vor, in Wirklichkeit ihre Raketenabwehr testen zu wollen. China hatte selber im Januar 2007 einen Satelliten abgeschossen.

Quellen