USA und EU vereinbaren Quote für amerikanische Rindfleischeinfuhr in die EU

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Veröffentlicht: 23:37, 18. Aug. 2019 (CEST)
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US-Präsident Donald Trump, der EU-Botschafter in Washington Stavros Lambrinidis und Vertreter der Rinderzüchter applaudieren, als der US-Außenhandelbevollmächtigte Robert Lighthizer und der finnische Vizebotschafter in Washington, Jani Raappana, als Vertreter für die EU-Präsidentschaft am 2. August das Handelsabkommen unterschreiben.
Foto: Joyce N. Boghosian/Weißes Haus

Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Europäische Union, 18.08.2019 – Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben am 2. August ein Abkommen unterzeichnet, das US-Rindfleischproduzenten einen leichteren Zugang zum europäischen Markt ermöglichen soll. In Zukunft sollen bis zu 35.000 des insgesamt 45.000 Tonnen umfassenden zollfreien Rindfleisch-Einfuhrkontingents für die USA reserviert werden. Innerhalb der EU werden nach Angaben der Europäischen Kommission jährlich knapp acht Millionen Tonnen Rindfleisch erzeugt.

Die Unterzeichnung des Abkommens durch den US-Außenhandelsbevöllmächtigten Robert Lighthizer und den Vizebotschafter Finnlands stellvertretenden für die EU-Präsidentschaft fand im Beisein von US-Präsident Donald Trump statt. Trump hatte zu dem Treffen im Oval Office auch Vertreter der amerikanischen Rinderzüchter eingeladen.

Tatsächlich handelt es sich bei dem unterzeichneten „Rindfleisch-Deal“ um die Festlegung eines Einfuhrkontingents für hormonfreies Rindfleisch. Bereits 2009 hatte die EU mit der Welthandelsorganisation WTO eine Einfuhrgrenze von 45.000 Tonnen zollfreien hormonfreien Rindfleisches in die EU pro Jahr vereinbart. Mit der jetzigen Vereinbarung werden 35.000 Tonnen davon amerikanischen Produzenten fest zugeteilt. Die verbleibenden 10.000 Tonnen teilt sich Argentinien mit allen anderen Staaten.

Hintergrund ist der Streit um Hormonfleisch, dessen Einfuhr die EU 1988 verboten hatte, worauf die USA im Jahr 1999 in Absprache mit der WTO Gegenzölle auf EU-Agrarprodukte verhängten.

Laut Tierschutzorganisationen widerspricht das Abkommen Zielen des Tierschutzes und Klimaschutzes und schwächt die Marktposition der europäischen Bauern.

Das EU-Parlament muss dem Abkommen noch zustimmen. Im Gegenzug will Trump keine Einfuhrzölle auf Autos aus der EU erheben. Die USA hatten am 2. August außerdem angekündigt, ab September neue Strafzölle auf chinesische Waren von zehn Prozent zu erheben.


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Quellen[Bearbeiten]