US-Fed senkt erstmals seit zehn Jahren den Leitzins

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Veröffentlicht: 23:55, 1. Aug. 2019 (CEST)
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Jerome Powell

Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 01.08.2019 – Erstmals seit der Finanzkrise 2008/2009 hat die US-Notenbank den Leitzins gesenkt. Er befindet sich nun im Bereich 2,00 bis 2,25 Prozent. Außerdem werde zwei Monate früher als geplant bereits im Juli mit der Drosselung des Anleihenprogramms aufgehört. Die Zinssenkung ist eine Wende der amerikanische Geldpolitik, da die Fed die Zinsen 2018 noch viermal erhöht hatte. Der Preisindex der Konsumausgaben wächst derzeit um 1,4 Prozent jährlich, 0,6 Prozent weniger als das Ziel der Fed.

„Wir glauben, dass dies der richtige Schritt für heute ist“, sagte Fed-Chef Jerome Powell vor der Presse. Die Maßnahme einer Zinssenkung dient normalerweise dazu, eine kränkelnde Wirtschaft zu stimulieren. Die Fed setzte ihre Mittel also früher ein, als üblich ist. „Es ist besser, präventive Maßnahmen zu ergreifen, als darauf zu warten, dass sich das Desaster entfaltet“, sagte der Chef der Federal Reserve Bank of New York, John C. Williams.

US-Präsident Donald Trump rügte die Fed dafür, dass die Senkung der Federal Funds Rate nicht höher ausfiel. Er verlangte bereits seit Monaten eine Zinssenkung verlangt und, als die Fed dem nicht nachkam, die Notenbanker als „völlig ahnungslos“ und „hartnäckigstes Problem“ der amerikanischen Wirtschaft bezeichnet. Am Dienstag, 30. Juli, hatte er einen deutlicheren Zinsschritt verlangt.

„Wie immer hat Powell uns enttäuscht“, kommentierte Trump die Zinssenkung auf Twitter. „Die Märkte wollten von ihm hören, dass dies der Beginn eines langen und aggressiven Zyklus von Zinssenkungen war, damit wir mit China, der EU und anderen Ländern Schritt halten können.“

Die amerikanische Wirtschaft steht unter Druck. war lag die Arbeitslosenquote im Monat Juni bei nur 3,7 Prozent, aber das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich durch die von Donald Trump angezettelten Handelskriege vor allem mit China und der Europäischen Union.

Powell enthielt sich deswegen einer Aussage zur künftigen Zinspolitik. Die Zinssenkung sei nicht der Auftakt zu einem längeren Zyklus der Zinssenkungen, sondern die weitere Entwicklung sei von „den sich entwickelnden Daten“ abhängig.

Die Aktienmärkte reagierten auf die Zinssenkung kühl, der Dollar stieg am 31. Juli auf den höchsten Wert seit zwei Jahren. Das dürfte Donald Trump bestärken, etwas zu tun, um den Kurs der Währung zu schwächen. „Ich könnte das in zwei Sekunden tun, wenn ich wollte“, sagte Trump in der vergangenen Woche.

Dieser Artikel wurde ursprünglich unter der falschen Überschrift „US-Fed erhöht erstmals seit zehn Jahren den Leitzins“ veröffentlicht.


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