Tote durch US-Raketenangriffe im Norden Pakistans

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Veröffentlicht: 10:45, 24. Jan. 2009 (CET)
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Lage Waziristans innerhalb Pakistans

Islamabad (Pakistan), 24.01.2009 – Bei zwei Angriffen mit einer sogenannten Drohne auf Ziele in der Region Waziristan im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet wurden am Freitag, dem 23.01.2009 laut unterschiedlichen Angaben von Presseagenturen zwischen neun und 17 Menschen getötet. Von der Drohne, einem unbemannten Flugkörper, sollen mehrere Raketen abgefeuert worden sein.

Das Gebiet an der Grenze Pakistans zu Afghanistan gilt nach Einschätzung des US-Militärs als Rückzugsraum für Taliban und al-Qaida-Kämpfer. Der neue US-Präsident Barack Obama hatte bereits während des US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes von der Möglichkeit militärischer Schläge gegen Ziele in diesem Gebiet gesprochen, sollte die pakistanische Regierung nicht aktiv genug gegen militante Kräfte in den autonomen Stammesgebieten pakistanischer Paschtunen in der Region vorgehen. Der Militärschlag ist der erste unter der Präsidentschaft Obamas.

Ob sich unter den Toten militante Kräfte befinden, ist noch unklar. Nach Geheimdienstangaben wurden bei den Angriffen mehrere militante Kräfte getötet. Die von der Drohne abgeschossenen Raketen, die in zwei getrennten Angriffen erfolgten, schlugen in zwei Wohnhäusern in zwei verschiedenen Dörfern ein. Der erste Angriff erfolgte erfolgte um 17 Uhr Ortszeit (12 Uhr UTC) in dem Dorf Zeerakai in der Nähe von Mir Ali. Weitere Raketen schlugen später in Wana, einem Hauptort im Süden Waziristans, ein. Aus den Trümmern des ersten der zerstörten Häuser wurden nach Angaben eines Reuters-Mirbeiters, der sich auf ein Telefonat mit einem Dorfbewohner beruft, neun leblose Körper gezogen. Bei der Zerstörung des anderen Hauses in Wana sollen fünf Menschen getötet worden sein. Ein Sprecher der Sicherheitsbehörden gab die Zahl der getöteten Personen hier jedoch mit acht an. Bei dem Angriff auf das erste Haus soll offiziellen pakistanischen Angaben zufolge ein al-Qaida-Führer getötet worden sein. Bei dem anderen zerstörten Haus soll es sich angeblich um das Haus eines Talibanführers gehandelt haben. Offizielle pakistanische Quellen bestätigten das jedoch nicht. Gegenüber BBC wurde mitgeteilt, es habe sich bei dem zerstörten Haus lediglich um das Haus eines regierungsfreundlichen Stammesführers gehandelt, der bei dem Raketenangriff zusammen mit vier Familienmitgliedern getötet wurde.

Im Jahr 2008 hatten die US-Streitkräfte 30 Angriffe auf Ziele im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiete mit Hilfe unbemannter Drohnen durchgeführt, bei denen insgesamt 220 Menschen getötet worden sind. Pakistan betrachtet die Angriffe als Verletzung seiner nationalen Souveränität, durch die die eigenen Anstrengungen zur Bekämpfung militanter Kämpfer in dieser Region erschwert würden.

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Quellen