Syrien: Regierung reagiert mit Verhaftungen auf friedliche Proteste

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Veröffentlicht: 08:19, 23. Mär. 2011 (CET)
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Damaskus (Syrien), 23.03.2011 – Auf friedliche Proteste der letzten Tage in mehreren Städten des Landes reagierte die syrische Führung mit Verhaftungen. Dabei soll es auch Tote und Verletzte gegeben haben. Unter Berufung auf das Nachrichtenportal „Elaph“ berichtet die Tagesschau auf ihrer Internetseite, dass in den letzten drei Wochen im ganzen Land Dutzende von Regimegegnern festgenommen wurden.

Laut Medienberichten kam es in den letzten Wochen wiederholt in mehreren Landesteilen zu Demonstrationen vorwiegend Jugendlicher gegen die Regierung. Gefordert werden Maßnahmen gegen die Korruption im Land sowie die Freilassung politischer Gefangener und demokratische Reformen. Auch Forderungen nach dem Rücktritt des Präsidenten Baschar al-Assad wurden laut. In den Städten Dar'a und Nawa, beide im Südwesten des Landes an der Grenze zu Jordanien gelegen, sollen gestern laut Augenzeugenberichten hunderte Demonstranten unter der Parole „Freiheit, Freiheit. Friedlich, friedlich“ demonstriert haben.

Als prominentes Opfer der Verhaftungswelle gilt der Verleger und politische Aktivist Luaj Hussein. Er wurde von Sicherheitskräften in seinem Haus bei Damaskus abgeholt. Er hatte am Tag zuvor eine Initiative im Internet gestartet, mit der Unterschriften für eine Solidaritätserklärung für die Bewohner von Dar'a gesammelt werden sollten.

Die Europäische Union kritisierte die Verhaftungswelle in Syrien als „inakzeptabel“. In einer Erklärung, die von der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton unterzeichnet ist, wird ein Ende der „Gewalt und Repression“ gefordert. Die politische Führung des Landes wird zu einem „umfassendem Dialog [mit der Opposition] und wirklichen Reformen“ gedrängt. Nicht bestätigten Angaben zufolge sollen in Dar'a am vergangenen Wochenende sieben Demonstranten getötet worden sein.

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Quellen