Sorgerechtsstreit: Liliane Bettencourt kündigt Flucht ins Ausland an

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Veröffentlicht: 18:41, 17. Okt. 2011 (CEST)
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Paris (Frankreich), 17.10.2011 – Liliane Bettencourt, die Tochter des Gründers des Kosmetikkonzerns L'Oréal und als seine Erbin mit einem Vermögen von geschätzten 20 Milliarden Euro die reichste Frau Frankreichs und eine der reichsten Frauen der Welt, hat angekündigt, lieber ins Ausland zu fliehen, als sich einer Vormundschaft ihrer Tochter Françoise zu unterwerfen. Dies sagte sie der aktuellen Ausgabe der Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“.

Für den kommenden Montag, den 17. Oktober 2011, wird das Urteil des Familiengerichts Courbevoie erwartet. Dieses ist zuständig für Fälle aus dem Wohnort der Milliardärin, Neuilly-sur-Seine (Département Hauts-de-Seine), einem westlichen Villenvorort von Paris, der als reichste Stadt Frankreichs unter anderem auch Heimat des Präsidenten Sarkozy ist.

Françoise Bettencourt strebt bereits seit 2009 eine Vormundschaftsregelung für die 89-Jährige an. Hintergrund ist ihr Umgang mit dem Vermögen. Sie soll diverse Vermögensgegenstände im Wert von etwa einer Milliarde Euro an den befreundeten Fotografen François-Marie Banier verschenkt haben. Die Tochter hält dies für verantwortungslos und fürchtet um das Vermögen der Familie. Ihrem Begehren kommt möglicherweise zu Gute, dass die reiche Dame darüber hinaus die zentrale Figur in einem Parteispendenskandal ist. Sie soll dem Präsidenten Sarkozy und dem ehemaligen Schatzmeister der UMP, Éric Woerth, Bargelder in sechsstelliger Höhe zukommen lassen haben. Woerth, der zwischenzeitlich als Arbeitsminister fungierte, hatte daraufhin seinen Kabinettsposten verloren.

Quellen