Razzia in Ilmenau ohne Konsequenz für die Polizei - Staatsanwaltschaft entscheidet über Klageerhebung

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Artikelstatus: Fertig 11:07, 1. Nov. 2005 (CET)
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Ilmenau (Deutschland), 01.11.2005 – Am vergangenen Montag durchsuchten Ermittler in der Ehrenbergstraße 6 mehrere Studentenwohnungen und die Wohnung des Vermieters Andreas Spisla. Grund war eine Anzeige aus den alten Bundesländern gegen Spisla, den Inhaber eines DSL-Anschlusses in dessen Wohnung. Als zwei Kriminalbeamte und ein Beamter des Ordnungsamtes die Wohnung des Vermieters durchsuchten, stellte sich heraus, dass einige Mieter des Hauses den DSL-Anschluss mitnutzen. Die Beamten sahen Gefahr in Verzug und durchsuchten auch die Studentenwohnungen. Dort wurden mehrere Rechner und Datenträger beschlagnahmt. Von Personen, die nicht zu Hause waren, wurde die Wohnungstür durch den Hausmeister geöffnet.

Es wurden zwar illegale Daten gefunden, jedoch war das Ausmaß so gering, dass die Bewohner ihre beschlagnahmten Gegenstände am nächsten Tag mit richterlichem Beschluss wieder zurückerhielten. Die Beweise wurden anschließend der Staatsanwaltschaft vorgelegt, die über eine Klage entscheiden wird.

Entgegen der Gerüchte, die nach der Razzia im Internet kursierten, werden die Bewohner keine Klage gegen die Polizei wegen Hausfriedensbruch einreichen.

Die Polizeidirektion Gotha, die für den Ilm-Kreis, Landkreis Gotha und den Wartburgkreis zuständig ist, sagte, dass sie ungefähr viermal im Monat Hausdurchsuchungen mache, weil eine Anzeige wegen der Nutzung oder dem Vertrieb illegal erworbener Software gebe. Auch der Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V. (FeM e.V.) wurden im letzten Jahr durch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsgesetzen ähnliche Machenschaften vorgeworfen. Jedoch konnte dies gemeinsam von der Universität und dem Verein entkräftet werden. Die FeM e.V. hat auf dem Campus fast alle Studentenwohnheime mit dem Internet verkabelt.

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Quellen