Plötzlicher Kindstod durch Matratzen mit Latexkern?

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Artikelstatus: Fertig 11:13, 28. Jan. 2006 (CET)
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Dresden (Deutschland), 28.01.2006 – Untersuchungen der Uniklinik Dresden zufolge gibt es Unterschiede in der Gasdurchlässigkeit und Wärmeabfuhr von Matratzen. Für Babys kann das Risiko des plötzlichen Kindstods steigen, wenn das ausgeatmete Kohlendioxid und die Körperwärme nicht ausreichend abgeführt werden. Auf diese Eigenschaften der Matratze ist daher Wert zu legen.

Mit Hilfe von Puppen, die sogar die Atembewegungen simulierten, wurden neben einer herkömmlichen Matratze noch zwei Sonderausführungen getestet. Eine der insgesamt drei untersuchten Matratzen hatte einen Kautschukmilchkern (Latex), der von einer Kokosfaserschicht und einem Baumwollmantel umgeben war. Eine als „Ökomatratze“ bezeichnete Ausführung ließ im Experiment nur 20 Prozent des Kohlendioxids durch. Bessere Ergebnisse gab es bei einem neueren Importmodell mit wabenförmigem Schaumstoffkern. Hier lag der Anteil bei 92 Prozent, sagte Professor Ekkehart Paditz vom Dresdner Kinderschlaflabor.

Als Risikofaktoren für das Baby sind bislang die Bauch- und Seitenlage beim Schlafen, unzureichende Lüftung, zu warmes Zudecken und Betreuung durch Unerfahrene nachgewiesen. Weiterhin kommt es bei Kindern aus Nichtraucherhaushalten zu vergleichsweise weniger Fällen von plötzlichem Kindstod. Das Risiko für Kinder rauchender Eltern soll etwa drei- bis zehnmal so hoch sein wie das für den rauchfreien Nachwuchs.

Helfen kann nach Untersuchungen US-amerikanischer Wissenschaftler auch das Nuckeln an einem Schnuller. Britische Wissenschaftler haben außerdem ein zehnmal höheres Sterblichkeitsrisiko festgestellt, wenn Kinder zusammen mit einem Erwachsenen schlafen. In den Niederlanden ist die Sterblichkeit an dieser Krankheit weltweit am geringsten, was auf die weite Verbreitung von Kinderschlafsäcken zurückgeführt wird.

Der „plötzliche Kindstod“ ist die häufigste Todesursache im Säuglingsalter (erstes Lebensjahr) in Industriestaaten. Der völlig überraschende Tod tritt im Schlaf auf und ist auch unter den Bezeichnungen „Krippentod“ und SIDS (Sudden Infant Death Syndrome) bekannt. Die Ursachen sind trotz 50-jähriger Forschung immer noch nicht vollständig geklärt. Insgesamt sind in Deutschland im letzten Jahr 323 Babys daran gestorben.

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Quellen