Oskar Lafontaine verteidigt seine Unterstützung der südamerikanischen Linken

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Veröffentlicht: 22:15, 8. Jul. 2007 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
Oskar Lafontaine

Berlin (Deutschland) / Caracas (Venezuela), 08.07.2007 – Oskar Lafontaine verteidigt in einem Gastbeitrag für die überregionale deutsche Sonntagszeitung „Welt am Sonntag“ seine Unterstützung für Evo Morales und Hugo Chávez, die Präsidenten Boliviens und Venezuelas. Lafontaine reagiert damit auf einen in der letzten Woche ebenfalls in der „Welt am Sonntag“ veröffentlichten Artikel des FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle. Darin hatte Guido Westerwelle Oskar Lafontaines Parteinahme für die sozialistischen südamerikanischen Staatschefs gerügt.

Westerwelle hatte unter anderem gefragt, „warum Oskar Lafontaine sein sozialistisches Vorbild bei südamerikanischen Autokraten findet“. Lafontaine weist den Begriff Autokraten in diesem Zusammenhang zurück, da Chávez und Morales vom Volk gewählte Präsidenten seien. Westerwelle vertrat die Meinung, dass diejenigen, die das Chávez-System als Modell für Europa rühmten, die Opfer sozialistischer Experimente verhöhnten.“ Dem entgegnet Lafontaine: „Ist es nicht eher so, dass derjenige, der die neue Welle der Demokratie in Südamerika als autokratisch bezeichnet, die Opfer der vergangenen Diktatoren und Oligarchen in lateinamerikanischen Ländern verhöhnt?“ Zur Verstaatlichung des Energiesektors unter Morales und Chávez äußert sich Lafontaine positiv, da diese seiner Meinung nach den Regierungen finanziellen Handlungsspielraum eröffneten, um Armut und andere Not zu überwinden.

Im Zusammenhang mit der Kritik an der Nichtverlängerung einer Sendelizenz für den privaten venezolanischen Fernsehsender RCTV macht Lafontaine auf die „immer stärkere Medienkonzentration in den westlichen Demokratien“ aufmerksam. Zudem betont er, dass RCTV den Putschversuch gegen Chávez im Jahr 2002 unterstützt habe und in dieser Zeit die Nachrichten auf üble Weise manipuliert habe. Lafontaine zitiert die deutsch-venezolanische Historikerin Dorothea Melcher, die im Deutschlandfunk festgestellt hat, dass die Regierung Chávez Hunderte von Lizenzen für kleine, „offene“ Bürgerfunk- und Fernsehprogramme vergeben habe.

Quellen