Nepal: Gibt König Gyanendra nach? Wahlen vorgeschlagen

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Artikelstatus: Fertig 22:10, 21. Apr. 2006 (CEST)
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Kathmandu (Nepal), 21.04.2006 – Nach wochenlangen Massenprotesten auf den Straßen Kathmandus, in denen der autokratisch regierende König Gyanendra keine Bereitschaft zum Einlenken zeigte und stattdessen die Polizei mit großer Härte gegen die Demonstranten vorgehen ließ, scheint sich nun eine Wende anzubahnen. Der König erklärte heute in einer Ansprache an die Nation, er wolle die politische Macht an das Volk zurückgeben. Die Opposition forderte er auf, eine geeignete Person für das Amt des Ministerpräsidenten einer Übergangsregierung zu benennen, die bis zu Neuwahlen die Amtsgeschäfte führen soll.

Seit dem 6. April befinden sich große Teile der Bevölkerung im Generalstreik gegen die Herrschaft des Königs, der darauf mit der Verhängung einer Ausgangssperre reagierte. Bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizeikräften kam es bereits zu einem Dutzend Toten und geschätzten 1.000 Verhaftungen. Die Demokratiebewegung in dem asiatischen Kleinstaat im Himalayagebirge ließ sich jedoch nicht davon abbringen, in täglichen Massendemonstrationen vor allem in der Hauptstadt Kathmandu den Rücktritt des Königs zu fordern.

Die heutige Ankündigung des Königs wurde von der Opposition mit Skepsis aufgenommen. Die Proteste wurden unvermindert fortgesetzt. Nach Ansicht der Opposition geht das Angebot des Königs nicht weit genug.

Die Absetzung der alten Regierung im Jahre 2005 hatte der König damit begründet, dass die Regierung zu wenig gegen die maoistischen Rebellen unternommen habe, die für den Sturz des Königs und die Errichtung eines kommunistischen Bauernstaates sowie die Abschaffung des Kastenwesens kämpften. Der Aufstand der Rebellen hatte in den letzten zehn Jahren zu über 12.000 Toten geführt.

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Quellen