Moskau: Prozessbeginn gegen „Pussy Riot“ am 30. Juli

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Veröffentlicht: 21:12, 24. Jul. 2012 (CEST)
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Plakat zur Unterstützung von „Pussy Riot“ in Prag

Moskau (Russland), 24.07.2012 – Die nächste Anhörung der Beschuldigten im Prozess gegen die russische Punkband „Pussy Riot“ wird am 30. Juli 2012 stattfinden. Es wurde angekündigt, dass live aus dem Gerichtssaal ins Internet übertragen wird. Bei der letzten Anhörung, die unter großem Medieninteresse stattfand, war die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Gegen die Musikerinnen Nadeschda Tolokonnikowa, Jekaterina Samuzewitsch und Maria Alechina von der Band war erst kürzlich die Untersuchungshaft um sechs Monate verlängert worden. Gegen diese Entscheidung haben die Verteidiger Einspruch erhoben. Den Antrag der Verteidigung auf Vernehmung von 32 Zeugen, darunter Präsident Wladimir Putin und der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I., hat das Bezirksgericht in Moskau abgelehnt. Prominente Unterstützung erhalten die von Amnesty International als politische Gefangene bezeichneten Frauen von dem Sänger Anthony Kiedis der Band „Red Hot Chili Peppers“. Er trat bei einem Konzert in Moskau mit einem T-Shirt auf, auf dem der Name der Punkband zu lesen war.

Den jungen Bandmitgliedern wird vorgeworfen, Ende Februar die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau gestürmt zu haben. Dort sollen sie Wladimir Putin verunglimpft haben. In einem Gebet skandierten sie: „Mutter Maria, treibe Putin davon!“ Auch sonst sind ihre Aktionen nicht gerade als regierungsfreundlich bekannt.

Inzwischen haben sich mehrere deutsche Politiker zum Verfahren geäußert. Claudia Roth von der Partei Bündnis 90/Die Grünen erklärte, der Präsident Russlands missbrauche die Justiz, um seine Kritiker zum Schweigen zu bringen. Stefan Liebich, Chef der Bundestagsfraktion der Linken, spricht von einer „absurden Verfolgung“. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, ist erschüttert von dem Beschluss, die Untersuchungshaft zu verlängern.

(Bild)

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