Kashmir: Weitere Feuergefechte - Mehr Tote

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Veröffentlicht: 10.10.2014, 12:52 (CEST)
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Srinagar (Kashmir), 10.10.2014 – Die Gefechte an der Line of Control (LoC) in Kashmir zwischen indischen und pakistanischen Truppen gehen mit unverminderter Härte weiter. Die Feuerwechsel, die seit Freitag letzter Woche andauern, haben mittlerweile das Leben von mindestens 19 Zivilisten (elf auf pakistanischer, acht auf indischer Seite) sowie mindestens 75 Verletzte, darunter auch Soldaten, gefordert. Indische Offiziere in der Grenzregion bezeichneten die Situation als „ernst“. Auf der indischen Seite der LoC haben 20.000 Menschen die unmittelbare Grenzregion unter dem andauernden Beschuss mit Handfeuerwaffen und Granaten verlassen. 10.000 von ihnen sind in Notunterkünften der Regierung untergebracht, die übrigen sind bei Verwandten und Freunden untergekommen.

Der indische Verteidigungsminister Arun Jaitley forderte Pakistan auf, die - wie er sie nannte - unprovozierten Angriffe umgehend einzustellen. Er sagte, ansonsten würde Indien es „untragbar“ für Pakistan machen, den Beschuss fortzusetzen. Auf die Frage, warum es zu dem Feuerwechsel gekommen sei, verwies Jaitley zunächst einmal auf Pakistan, das diese Frage beantworten müsse, da es angefangen habe. Er deutete aber an, es gebe dafür sowohl innenpolitische, wie auch internationale Gründe auf pakistanischer Seite, ging dabei aber nicht auf Einzelheiten ein. Pakistan seinerseits beschuldigt weiterhin Indien, die Auseinandersetzung begonnen zu haben. Die indische Regierung soll der Armee „freie Hand“ gegeben haben zu reagieren, berichten indische Medien.

Von Premierminister Narendra Modi ist bisher nur zur hören, dass er die Vorgänge mit den Worten „Bald wird alles in Ordnung sein“ kommentiert habe. Von der oppositionellen Kongress-Partei wird Modi in diesem Zusammenhang kritisiert. Er sei ein „abwesender“ Premierminister, heißt es dazu, da er sich im Augenblick stark im Wahlkampf in verschiedenen indischen Bundesstaaten engagiere und sich dementsprechend nicht in Delhi aufhalte. Es wird von der Kongress-Partei auch kritisiert, dass fünf Monate nach der Regierungsbildung das Amt des Verteidigungsministers noch immer nicht mit einem eigenen Minister besetzt ist, sondern dass Arun Jaitley gleichzeitig auch Finanzminister des Landes ist. Dies wird gerade in der augenblicklichen Situation als unzureichend empfunden.


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Quellen[Bearbeiten]