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HDTV-Sender der ProSiebenSat1-Gruppe nach zweijähriger Pause wieder aufgeschaltet – nun mit Kabel1 und über HD-Plus-Plattform

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Veröffentlicht: 18:49, 31. Jan. 2010 (CET)
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München (Deutschland), 31.01.2010 – Seit dem ersten 1. Januar 2010 testete die ProSiebenSat.1-Gruppe ihre hochauflösenden Kanäle und seit gestern wurde dann die Verschlüsselung aktiviert, um heute wie angekündigt ihren Regelbetrieb aufnehmen zu können.

Am 16. Februar 2008 wurden die HDTV-Sender Pro7 HD und Sat.1 HD nach einem mehrjährigem Testbetrieb abgeschaltet und es wurde angekündigt, dass man die HDTV-Ambitionen 2010 wieder aufnehmen wolle, wenn die technischen Voraussetzungen bei den Zuschauern zu Hause die mögliche Zuschauerzahl gesteigert haben wird. Zum damaligem Zeitpunkt waren ca. 100.000 HDTV-Receiver in Deutschland vorhanden.

Heute, am 31. Januar, wurden die Ambitionen wieder aufgenommen und Pro7 und Sat.1 wieder in der hochauflösenden Variante offiziell gestartet und dazu sogar um den Sender Kabel1 erweitert. Die Sender strahlen dasselbe Programm wie der Hauptsender parallel in der hochaufgelösten Variante aus, so dass der Zuschauer zu Hause auf den separaten Kanal umschalten muss, wenn er eine Sendung oder einen Film in HDTV sehen will. Dieses Verfahren nennt sich Simulcast.

Um überhaupt HDTV empfangen zu können, benötigt der Zuschauer einen HDTV-fähigen Receiver, der entweder direkt im Fernsehgerät integriert sein kann oder als externe Settop-Box vorhanden sein muss, und auch ein HD-Fernsehgerät, um überhaupt das Videobild mit der höheren Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten anzeigen zu können.

Allein diese Voraussetzung reicht jedoch nicht für den Empfang der HDTV-Sender der ProSiebenSat1-Gruppe, denn diese benötigen spezielle HDTV-Receiver, weil die Sender zuerst via Satellit der SES ASTRA und deren umstrittenen HD-Plus-Plattform ausgestrahlt werden. Herkömmliche HDTV-Receiver lassen sich für diese Plattform nicht verwenden, weil diese neue Features für Verschlüsselung und Kopierschutzmaßnahmen integriert haben, auf die die Sender zurückgreifen wollen oder müssen. Unter anderem soll so das Überspringen von Werbung bei Aufnahmen unterbunden werden, was auch Verbraucherschutzzentralen zu Reaktionen anregte. Der Verkauf solcher HD-Plus-Receiver startete erst im vierten Quartal 2009 und somit ist die Auswahl an Modellen noch begrenzt und auch die Durchdringung des Marktes ist noch hinter den herkömmlichen HDTV-Receivern zurück. Die Situation hat sich im Vergleich zu 2008 also noch nicht sonderlich verändert.

Die Sender starten zuerst über die Satellitenplattform HD+ und im ersten Jahr ist der Empfang kostenlos. Für das folgende Jahr erhebt SES ASTRA für die benötigte Smartcard 50 Euro pro Jahr und Vorkasse als Infrastrukturgebühr, wie es analog auch bei Kabelnetzen für die Bereitstellung des Signals erhoben wird. Für diese Gebühr werden alle Sender über die HD-Plus-Plattform, zurzeit RTL und VOX, ebenfalls freigeschaltet. Einspeisungen in Kabelnetze sind ebenfalls vorgesehen und die Verhandlungen werden zurzeit noch geführt. Als erster echter („nativer“) Film wird auf ProSieben heute der 5. Teil der Harry Potter Reihe „Harry Potter und der Orden des Phönix“ ausgestrahlt.

Als nächste deutsche HDTV-Sender haben Das Erste und das ZDF ihre HD-Simulcast-Programme zum Beginn der diesjährigen olympischen Winterspiele in Vancouver am 12. Februar angekündigt. Diese werden nicht über die HD-Plus-Plattform augestrahlt, sondern unverschlüsselt und ungeschützt als Free-to-Air (FTA) Sender ausgestrahlt werden.

Empfangsdaten Satellit: Frequenz: 11,464 Ghz Polarisation: Horizontal Symbolrate: 22 000 Modulation: 8PSK FEC: 2/3 Satellit: DVB-S2 Video: 1080i50 MPEG4

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Quellen