Großbritannien plant Sperrung von Internetdiensten

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Veröffentlicht: 00:57, 14. Juli 2015 (CEST)
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London (Vereinigtes Königreich), 10.07.2015 – Premierminister Cameron will mit einem neuen Gesetz gegen bestimmte Internetdienste vorgehen. Er begründete das damit, dass in seinem Land den Menschen nicht erlaubt werden solle, bestimmte Kommunikationstechniken zu benutzen, welche die Regierung nicht entziffern kann. Damit vertritt er offen die Ideologie eines Überwachungsstaates und nimmt den Bürgern das Recht auf eine geschützte private Kommunikation. Im Visier sind besonders WhatsApp, iMessage und Snapchat. Im äußersten Fall könnten alle drei Dienste in Großbritannien gesperrt werden, wenn das Gesetz wie geplant zum Herbst diesen Jahres in Kraft tritt. Hintergrund sind verstärkte Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus. In Tunesien hatte ein Extremist 38 Menschen, darunter 30 Briten, erschossen, von denen er teilweise vorher verlangt hatte, sogenannte Selfies zu machen, um diese ins Internet zu stellen.

Seit längerem bieten Internetprovider verschiedene Möglichkeiten der Verschlüsselung von Nachrichten an, um das unbefugte Lesen vertraulicher Mitteilungen zu verhindern. Als besonders sicher gilt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Seit Ende 2014 war geplant, den Nutzern von WhatsApp diese Möglichkeit anzubieten. WhatsApp ist auf vielen Smartphones und iPhones bereits mit der Auslieferung installiert und hat sich zu einem der beliebtesten Kommunikationsprogramme entwickelt, da nicht nur Texte und Bilder, sondern auch Sprachnachrichten kostenlos verschickt werden können. Nach Angaben des kalifornischen Unternehmens Whatsapp Inc. wurde diese Art der Kommunikation im April 2015 von rund 800 Millionen Menschen weltweit genutzt. In Deutschland gab es im Januar 2014 rund 30 Millionen Nutzer. Die Verschlüsselungstechnik von WhatsApp wurde von Heise Online untersucht und aufgeklärt, sie gilt jedoch noch nicht als zuverlässig.


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Quellen[Bearbeiten]