Europäische Union: Kommt das Aus für die Plastiktüte?

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Veröffentlicht: 23:30, 19. Mai 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
Plastiktütenmüll verschandelt die Landschaft

Brüssel (Belgien), 19.05.2011 – Ist das Ende des Polyethylenbeutels gekommen? Noch nicht. Die Europäische Kommission startete dazu gestern zunächst einmal eine Onlinebefragung von EU-Bürgern und Vertretern der Verpackungsindustrie. Laut Statistik belastet jeder EU-Bürger die Umwelt mit 500 Plastiktüten jährlich. Ob es irgendwann tatsächlich zu höheren Steuern für die Plastiktüte kommt oder sogar zu einem Verbot, ist abhängig davon, ob sich die EU-Mitgliedsstaaten darauf einigen können.

Fakt ist: Der Plastikmüll belastet die Umwelt. Plastiktüten haben eine hohe Lebensdauer. Selbst nachdem sie ihre äußere Form längst verloren haben, existieren kleinste Plastikteilchen im Boden und in unseren Gewässern weiter. EU-Umweltkommissar Janez Potočnik rechnet vor, dass allein im Mittelmeer 250 Milliarden Kunststoffteilchen mit einem Gesamtgewicht von 500 Tonnen treiben. Im Jahr 2008 wurden in Europa 3,4 Millionen Tonnen Plastik für die praktischen Tragetaschen produziert. Die meisten davon werden nur einmal benutzt. Wörtlich: „Vor 50 Jahren waren Einweg-Plastiktüten praktisch unbekannt; heute benutzen wir sie für einige Minuten, danach belasten sie jahrzehntelang unsere Umwelt.“

In Deutschland wird der Umgang mit der Plastiktüte durch die Verpackungsverordnung geregelt. Die Hersteller zahlen ins duale System ein. So entsteht ein Preis pro Plastiktüte von bis zu 30 Cent. Daher liegt die Nutzung von Plastiktüten in Deutschland mit 65 Tüten pro Kopf unterhalb des EU-Durchschnitts.

Themenverwandte Artikel

Quellen