Deutschland: Tarifrunde 2008 – Arbeitgeber sehen Streiks kommen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Veröffentlicht: 13:05, 11. Feb. 2008 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
Demonstration in Düsseldorf am 08.08.2007

Stuttgart / Potsdam (Deutschland), 11.02.2008 – Die kommunalen Arbeitgeber halten Streikmaßnahmen im öffentlichen Dienst für unvermeidbar. Diese Auffassung äußerte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung.

Böhle: „Wenn die Gewerkschaften schon Monate vorher vollmundig mit Arbeitskampf drohen, dann ist es schwer vorstellbar, dass es zu einem bei ihren Mitgliedern akzeptierten Ergebnis ohne solche Maßnahmen kommen wird. Ich halte es für absolut leichtfertig, wie die Gewerkschaften mit diesem Instrument umgehen! Streik ist Stillstand und bewirkt größtmöglichen volkswirtschaftlichen Schaden.“

Böhle verteidigte das Angebot der öffentlichen Arbeitgeber vom 24.Januar 2008, in dem sie Einkommensverbesserungen von fünf Prozent über zwei Jahre angeboten hatten, als einen ziemlich großen Schritt und ein beachtliches Angebot. Seiner Ansicht nach, zeigen sich die Gewerkschaften „in keinem einzigen Punkt entgegenkommend! Sie bleiben bei ihrer Eingangsforderung und gehen kein Jota davon ab. Insofern bin ich, was die Aussicht auf eine schnelle Einigung betrifft, nicht sehr optimistisch.“

Er könne keinen erheblichen Nachholbedarf bei den Einkommensforderungen erkennen. Tarifverhandlungen seien nicht rückwärts gewandt, sondern sollten nach vorne gerichtet sein. Wenn sich die Gewerkschaften mit ihrem Mindestbetrag von 200 Euro monatlich durchsetzen würden, befürchte er einen erheblichen Stellenabbau im öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaften würden aus organisationspolitischen Gründen ein Strohfeuer entfachen und einen Flächenbrand riskieren. Dieses kurzsichtige Verhalten der Gewerkschaften provoziere Privatisierungen, Aufgaben- und Personalabbau.

Im Falle einer Schlichtung wollen die öffentlichen Arbeitgeber Lothar Späth (70 Jahre) (CDU), den früheren Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und späteren Vorstandsvorsitzenden der Jenoptik AG, und die Gewerkschaften Herbert Schmalstieg (64 Jahre) (SPD), Oberbürgermeister von Hannover von 1972 bis 2006, benennen. Stimmberechtigter Schlichter wäre dann Lothar Späth.

Themenverwandte Artikel

Quellen