Der Fall Stolberg und die Landesbank - der lockere Umgang mit dem Geld

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Veröffentlicht: 03:59, 25. Nov. 2017 (CET)
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Der großzügige Neubau der ehemals eigenständigen Bremer Landesbank von 2016

Bremen (Deutschland), 25.11.2017 – Der Gerichtsprozess um den ehemaligen Chef einer Bremer Reederei dauert nun schon zwei Jahre. Der 55jährige Ex-Reeder und drei weitere Manager müssen sich wegen des Verdachts auf Kreditbetrug, Bilanzfälschung, Untreue und Betrug verantworten. Es war bereits im September 2014 zur Anklage geklommen, nachdem zuvor von der Staatsanwaltschaft jahrelang ermittelt worden war. Die Reederei war im Jahr 2011 nach der Weltwirtschaftskrise in Schwierigkeiten geraten, ein neuer Investor war zwar gefunden, doch stellte dieser offenbar überraschende Forderungen in Höhe von über 130 Millionen Euro, so dass die Reederei Insolvenz anmelden musste. Insgesamt fordern die Gläubiger im Insolvenzverfahren rund 2,2 Milliarden Euro.

Gegenwärtig ist wieder die Frage aufgetaucht, inwieweit die Bremer Landesbank sich als Kreditgeber mitschuldig gemacht bzw. den lockeren Umgang mit dem Geld begünstigt hat. Gegenstand der Beweisaufnahme ist ein Revisionsbericht der Bank. Einer der Verteidiger des Reeders fällt jetzt ein vernichtendes Urteil über den Bericht: „Entweder sind die BLB-Prüfer unfähig oder sie halten uns für dumm.“ Die Bremer Landesbank war 2015/2016 selbst in die Krise geraten und wurde im August 2017 mit der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) mit Sitz in Hannover vereinigt. Offenbar hatte die Bank teilweise über 100 Prozent des Gegenwerts der Schiffsneubauten der insolventen Reederei als Kredit gegeben. Nach der Insolvenzeröffnung soll es sogar noch unzulässige Zahlungen an den Reeder seitens der Bank in Millionenhöhe gegeben haben.

Wann und mit welchem Ausgang des Prozesses, der nach Angaben des Hamburger Abendblatts als „einer der größten Wirtschaftsprozesse der Schifffahrtsbranche“ gilt, zu rechnen ist, bleibt vorerst offen.


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