Der Abelpreis des Jahres 2021 geht an Avi Wigderson und László Lovász

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Veröffentlicht: 14:48, 20. Mär. 2021 (CET)
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László Lovász (Archivbild)
Avi Wigderson (Archivbild aus 2012, London)

Oslo (Norwegen), 20.03.2021 – Seit der Schaffung des Abelpreises im Jahr 2003, der als eine der höchsten Ehrungen in der Mathematik gilt, wird jedes Jahr im März von der Norwegischen Akademie der Wissenschaften verkündet, wer die Preisträger des aktuellen Jahres sein werden. Dieses Jahr geht der Abelpreis an Avi Wigderson und László Lovász für ihre Arbeiten zur Entwicklung der Komplexitätstheorie und der Graphentheorie sowie für die Verbindung beider Gebiete. Der Tag der Verleihungszeremonie des diesjährigen Abelpreises wird noch bekanntgegeben.

László Lovász wurde am 9. März 1948 in Budapest (Ungarn) geboren. Im Jahr 1971 erhielt er den Dr. rer. nat. an der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest, wo er von 1971 bis 1975 Research Associate war. Von 1975 bis 1978 hatte er eine Stelle als Dozent an der József Attila University in Szeged, bevor er dort in den Jahren 1978 bis 1982 den Lehrstuhl für Geometrie innehatte. An der Ungarischen Akademie der Wissenschaften wurde er 1977 zum Dr. math. sci. promoviert. Im Jahr 1983 kehrte er als Lehrstuhlinhaber für Informatik an die Eötvös-Loránd-Universität zurück. Von 1993 bis 1999 war er an der Yale University und dann bis 2006 als Senior Researcher bei Microsoft Research beschäftigt. Danach kam er wiederum an die Eötvös-Loránd-Universität zurück, wo er Professor an dem Mathematischen Institut wurde, bevor er dort 2011 emeritiert wurde. Bekannt ist Lovász insbesondere für den LLL-Algorithmus (in Zusammenarbeit mit den beiden Mathematikern Arjen Lenstra und Hendrik Lenstra), der für ein gegebenes Gitter eine Basis aus möglichst kurzen Vektoren berechnet. Dieser Algorithmus wird genutzt, um die Sicherheit von Verschlüsselungstechnik zu überprüfen, und gilt auch als eine mögliche Grundlage für Verschlüsselungssysteme, die einem Angriff von Quantencomputern standhalten könnten.

Avi Wigderson wurde am 9. September 1956 in Haifa (Israel) geboren. Nach seiner Promotion im Jahr 1983 in Princeton verbrachte der Theoretische Informatiker zunächst bis 1986 einige Jahre in Kalifornien in Berkeley und bei IBM Research in San Jose. Von 1986 bis 2003 arbeitete er – mit einigen Unterbrechungen in Princeton an der Princeton University und am Institute for Advanced Study – an der Hebrew University in Jerusalem, wo er verschiedene Positionen innehatte, zuletzt (von 1996 bis 2003) als Professor. Seit Juli 1999 ist er als Professor am Institute for Advanced Study in Princeton beschäftigt. Im Jahr 1994 erhielt Wigderson den Nevanlinna-Preis für seine Arbeiten zur Komplexitätstheorie. Unter anderem entwickelte er Algorithmen, die Zufallszahlen erzeugen.

Durch ihre theoretischen Arbeiten konnten beide maßgeblich zur Entwicklung der Kryptographie und der Sicherheit von Daten im Internet und in der digitalen Kommunikation beitragen. Beim Start ihrer wissenschaftlichen Karrieren in den 1970er Jahren waren ihre Fachgebiete, die Reine Mathematik und die Theoretische Informatik, noch zwei vollkommen unterschiedliche Fächer. Im Laufe der Jahre näherten sie sich aber immer weiter an, so dass inzwischen das Ziehen einer Grenze zwischen beiden Gebieten recht schwierig ist. Die beiden Wissenschaftler haben dazu einen wesentlichen Beitrag geliefert.


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Quellen[Bearbeiten]