Chaos in New Orleans: Bürgermeister fordert mehr Unterstützung

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Artikelstatus: Fertig 19:22, 2. Sep 2005 (CEST)
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New Orleans (Vereinigte Staaten), 02.09.2005 – Trauer und Wut beherrschen die Stimmung in dem vom Hurrikan „Katrina“ verwüsteten New Orleans. Trauer über wahrscheinlich tausende Tote, die in den Fluten ertrunken sind, nachdem die Dämme der Stadt gebrochen waren. Und Wut über die hoffnungslose Lage und nur schleppend eintreffende Hilfe seitens der Bundesregierung. In einem verzweifelten Hilferuf wandte sich der Bürgermeister der Stadt heute in einem Radiointerview an die Bundesbehörden.

„Da sind Tausende gestorben und jeden Tag sterben weitere und wir können es nicht auf die Reihe bekommen, die Hilfe zu organisieren? Jemand muss sich verdammt nochmal ins Flugzeug setzen und herkommen und diese Fragen auf der Stelle lösen!“, wetterte der Bürgermeister Ray Nagin.

Nach wie vor ist die Evakuierung des Superdome in New Orleans, der als Notunterkunft für tausende Menschen diente, nicht gelöst. Die sanitären Verhältnisse dort seien katastrophal. Auch von Vergewaltigungen war die Rede. Immer noch fehlen Busse, um die Menschen zu einem Ausweichquartier in einem Stadion in Houston (Texas) zu transportieren. Aus Houston heißt es, der Platz dort reiche auch nicht aus, um die aus dem Superdome Evakuierten aufzunehmen. Wegen Überfüllung musste die dortige Arena geschlossen werden, Flüchtende aus den Katastrophengebieten mussten abgewiesen werden. Neue Ausweichquartiere sollen nun in San Antonio (Texas), etwa 800 Kilometer von New Orleans entfernt, geschaffen werden.

Nach Angaben von Heimatschutzminister Michael Chertoff erstreckt sich das Katastrophengebiet über eine Fläche von 233.000 Quadratkilometern. Die Situation in der Region um New Orleans ist nach Aussage der Gouverneurin von Louisiana, Kathleen Blanco, nach wie vor dramatisch. Bis zu 300.000 Menschen säßen in der Region immer noch fest. Es gäbe kein Trinkwasser und keine Medikamente, die Nahrung sei knapp. Wegen dieser Not greifen die Menschen zur Selbsthilfe. Plünderungen sind an der Tagesordnung. Die Polizisten der Stadt sind der Situation nicht mehr gewachsen. Mehrere von ihnen hätten bereits den Dienst quittiert. Dies gab der Polizei-Superintendent H.L. Whitehorn bekannt. Viele Beamte hätten durch den Hurrikan selbst ihren Besitz verloren und wollten sich jetzt nicht dem Risiko aussetzen, von Plünderern erschossen zu werden.

Auch das Krisenmanagement des Präsidenten Georg Bush gerät inzwischen in die Kritik. Beim Kongress der Vereinigten Staaten hat die Regierung Mittel in Höhe von 10,5 Milliarden Dollar angefordert. Mit einer positiven Entscheidung wird gerechnet.

Regierungen aus allen Regionen der Welt haben den USA inzwischen ihre Hilfe angeboten, darunter auch Deutschland, in dessen Namen Bundeskanzler Schröder sowie der Außenminister Fischer ihre Hilfe zugesichert haben. Wie ein Pressesprecher des US-Außenministeriums mitteilte, will die US-Regierung diese Hilfsangebote auch in vollem Umfang in Anspruch nehmen: „Wir nehmen alles an, was die schwierige, tragische Situation der Menschen, die von Hurrikan Katrina betroffen sind, leichter macht“, sagte er. Er fügte hinzu: „Es sollte uns ermutigen, dass die Welt den Amerikanern in Notzeiten die Hand reicht.“

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Quellen