Brand im Alpentunnel fordert zwei Tote

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Lyon (Frankreich) / Turin (Italien), 05.06.2005 – Erneut hat ein Brand in einem Autotunnel Menschenleben gefordert. Am Samstag Nachmittag fing im Fréjus-Tunnel ein Lastwagen Feuer, der Tunnel besteht aus nur einer Röhre mit zwei Fahrspuren.

Der Wagen befand sich etwa in der Mitte des dreizehn Kilometer langen Tunnels zwischen dem französischen Lyon und der italienischen Stadt Turin, als offenbar der Motor des LKW durch ausgelaufenen Treibstoff in Brand geriet. Auf seiner Ladefläche waren Reifen gelagert. Das Feuer griff anschließend sehr schnell auf andere Fahrzeuge über. Fünf weitere LKW sind ausgebrannt. Der Fahrer des Unglückswagens, ein 23-jähriger Serbe, konnte sich zu Fuß in Richtung Italien retten, zwei weitere Lastwagenfahrer aus der Slowakei und aus Slowenien wurden ein Opfer der Flammen. Etwa zwölf Personen erlitten Rauchvergiftungen. Die Feuerwehr benötigte rund sieben Stunden für die Löscharbeiten. Der Tunnel wurde am Samstag um 18:45 Uhr geschlossen. Bei Temperaturen um 600 Grad Celsius konnte der Brand erst gegen Mitternacht gelöscht werden. Wegen der großen Hitze und der starken Rauchentwicklung konnte der Tunnel bis zum frühen Morgen weitestgehend nicht betreten werden.

In den italienische Medien wurden heute die Sicherheitsvorkehrungen im Tunnel bemängelt, es wird eine zweite Fahrtröhre gefordert. Betrieben wird der Tunnel gemeinsam durch Italien und Frankreich. Nach dem Brand steht nach Angaben der italienischen Behörden fest, dass die Anzahl der Toten nicht angestiegen ist. Bei Aufräumarbeiten und Durchsicht aller Nischen wurden keine weiteren Leichen gefunden. Der Tunnel, der zu den wichtigsten Straßenverbindungen zwischen Frankreich und Italien zählt, muss nun mehrere Monate lang bis auf weiteres geschlossen bleiben. Die Schäden sind so stark, dass befürchtet wird, Teile der Decke oder der Wände könnten einstürzen.

Der Frejus-Tunnel gehört zu den wichtigste Straßenverbindung zwischen Italien und Frankreich. Jährlich fahren rund zwei Millionen Fahrzeugen hindurch. Nicht weit davon entfernt befinden sich die Sportstätten, in denen im Jahr 2006 auf italienischer Seite die Olympischen Winterspiele stattfinden.

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Quellen