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Bilanz der achten Nacht der Pariser Ausschreitungen

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Artikelstatus: Fertig 20:47, 30. Nov. 2005 (CET)
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Paris (Frankreich), 04.11.2005 – Auch in der achten Nacht gab es schwere Ausschreitungen in den Pariser Vorstädten. Insgesamt spricht die Polizei von weniger Auseinandersetzungen der beiden Lager, dennoch ist der Sachschaden hoch. In etwa 400 Autos wurde Feuer gelegt. Allein in einem Depot im Département Yvelines seien durch einen Brand 27 Busse zerstört worden. Brandsätze wurden auch gegen Bürgermeisterämter, Schulen und Polizeistationen geworfen. Im Département Seine-Saint-Denis sollen drei Lagerhallen abgebrannt sein. Fünf Polizisten wurden durch Steinwürfe leicht verletzt, und an einigen Einsatzwagen der Bereitschaftspolizei CRS wurden Einschusslöcher von Schrotwaffen gefunden. In der Nacht waren etwa 1.300 Polizisten im Einsatz.

Der Öffentliche Nahverkehr wurden im Departement Seine-Saint-Denis, dem am schwersten betroffenen Departement, nahezu vollständig eingestellt.

Erstmals wurden auch in entfernten Gebieten in Frankreich ähnliche Zwischenfälle gemeldet. Es gab Brandanschläge in dem ostfranzösischen Dijon, der Regionen Côte-d'Or, Bouches-du-Rhône und Seine-Maritime.

Der Innenminister Frankreichs, Nicolas Sarkozy, verteidigte die Bezeichnung „Gesindel“, mit der er die Aufständigen titulierte. Er sagte, wer mit scharfer Munition auf „Beamten, Familienväter oder junge Leute von der eigenen Hautfarbe“ schiesse, könne nur so bezeichnet werden. Gleichzeitig vermutet er hinter den Ausschreitungen eine perfekte zentrale Organisation. Nach Angaben von n24 sind die Gruppen sehr mobil. Sie würden sich durch Mobilfunktelefone verständigen und so Katz-und-Maus mit der Polizei spielen.

Ein Reporter des Fernsehsenders n-tv berichtete, dass Inbrandsetzen der Autos in den Vororten eine Art Sport sei. Jedes Jahr würden dadurch etwa 600 Autos zerstört. Allein zu Silvester gingen 100 Autos in Flammen auf. Eine Reporterin von n24 sprach von 800 Autos, die in diesem Jahr allein bei Lyon angezündet wurden.

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Quellen