Berliner SPD fordert von der Deutschen Bahn eine „nachhaltige Lösung des S-Bahn-Chaos“

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Veröffentlicht: 14:37, 24. Jan. 2010 (CET)
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Zug der Baureihe 481 der Berliner S-Bahn

Berlin (Deutschland), 24.01.2010 – Die Berliner SPD-Fraktion einigte sich auf einer Klausurtagung in Eisenach auf Grundsätze des Umgangs mit der Situation bei der Berliner S-Bahn. Notfalls soll der Betrieb unter kommunale Kontrolle gebracht werden, sollte die Deutsche Bahn AG als Besitzer der Berliner S-Bahn das „S-Bahn-Desaster nicht nachhaltig lösen“. Eine Option sei dabei die Gründung einer landeseigenen S-Bahngesellschaft, die dann Gleisanlagen und Fuhrpark der S-Bahn erwerben und an andere Betreiber vermieten könnte.

Anfang Juli vergangenen Jahres war die gesamte Geschäftsführung der Berliner S-Bahn abgelöst worden, weil das Eisenbahn-Bundesamt schwerwiegende Wartungsmängel festgestellt hatte. Im September 2009 musste die Hälfte der Flotte stillgelegt werden, weil die Wartung von Bremsanlagen an 500 Doppelwagen der Baureihe 481 unterblieben war. Ausgelöst wurden diese Maßnahmen durch einen S-Bahn-Unfall am 1. Mai des vergangenen Jahres, als ein S-Bahn-Zug im Berliner Stadtteil Kaulsdorf entgleiste. Es stellte sich heraus, dass die planmäßige Hauptuntersuchung dieses S-Bahn-Zuges unzulässigerweise um zwei Jahre verschoben worden war.

Die gegenwärtige Situation bei der Berliner S-Bahn ist immer noch weit vom Normalbetrieb entfernt. Auf der Homepage der S-Bahn können die S-Bahn-Benutzer folgenden Hinweis lesen: „Zurzeit ist die Berliner S-Bahn nur mit eingeschränktem Fahrplan unterwegs. Bitte planen Sie im Zweifel bis zu 20 Minuten mehr Fahrzeit ein, damit Sie Ihr Ziel oder Ihren Anschluss rechtzeitig erreichen, …“.

Die Deutsche Bahn AG als Betreiber der S-Bahn verweist zur Beantwortung der Schuldfrage auf den Hersteller der Bremsen: „Seit Einführung der zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen infolge des Radscheibenbruchs an einem S-Bahnzug im Mai 2009 hat die Deutsche Bahn immer wieder öffentlich darauf hingewiesen, dass der vorzeitige Austausch der fehlerhaft konstruierten Radsätze so lange fortgesetzt werden muss, bis der Hersteller wirklich dauerfeste Räder liefert.“ Bis Ende Januar hofft die Bahn nähere Aussagen darüber treffen zu können, wann eine Rückkehr zum Normalbetrieb im Jahr 2010 möglich sein wird.

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Quellen