Al-Qaida bekennt sich zu Terroranschlägen in Algerien

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Veröffentlicht: 21:59, 16. Jun. 2008 (CEST)
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Karte Algeriens

Beni Amrane (Algerien), 16.06.2008 – Für die beiden Bombenanschläge am Sonntag, den 8. Juni 2008 in der algerischen Stadt Beni Amrane in der nordalgerischen Provinz Boumerdes hat der nordafrikanische Zweig des Terrornetzwerks al-Qaida die Verantwortung übernommen. Auf ihrer Internetseite veröffentlichte die Terrororganisation neben einem Bekennerschreiben auch Fotos der Selbstmordattentäter, die den Anschlag vom vorletzten Sonntag durchgeführt hatten. Die Authentizität der Quelle konnte von unabhängiger Seite noch nicht bestätigt werden, die Fotos und die Pressemitteilung erschienen jedoch auf einer Internetseite, die gewöhnlich von islamistischen militanten Kräften benutzt wird. Auf der islamistischen Internetseite übernahm die gleiche Gruppe auch die Verantwortung für eine Reihe anderer Anschläge zwischen dem 4. und 8. Juni. Bei dem Anschlag vom Sonntag handelte es sich um den dritten tödlichen Terrorakt seit fünf Tagen. Am Vortag waren bei einem Anschlag in der Nähe von Militärkasernen zwei Menschen getötet worden.

Bei dem Terrorakt waren durch zwei Bombenexplosionen in kurzer Folge am Bahnhof von Beni Amrane, 50 Kilometer östlich von Algier, ein französischer Ingenieur und sein algerischer Fahrer getötet worden. Westliche Nachrichtenagenturen hatten von insgesamt 13 Toten gesprochen, darunter mehrere Feuerwehrleute, die kurz nach der ersten Explosion an den Unglücksort geeilt waren, um den beiden ersten Opfern zu Hilfe zu eilen. Offizielle Stellen wollten diese Zahl nicht bestätigen und erklärten sie sogar für „nicht exakt“. Die Agenturen berufen sich jedoch auf Aussagen von Sicherheitsbeamten, die nicht zu offiziellen Stellungnahmen autorisiert sind. Von einem solchen inoffiziellen Informanten stammt die Zahl von 13 Todesopfern bei dem Terroranschlag vom Sonntag.

Das französische Außenministerium bestätigte inzwischen den Tod des Ingenieurs. Außenminister Bernard Kouchner warnte die im Lande tätigen Franzosen zur Vorsicht, das Verlassen des Landes wurde aber nicht empfohlen. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy verurteilte die fortdauernde barbarische und vernunftlose Gewalt, unter der das algerische Volk zu leiden habe und nannte den Bombenanschlag einen „weiteren Terrorakt“, dem viele Menschen zum Opfer gefallen seien. Frankreich hat inzwischen Ermittlungen zur Erforschung der Ursachen des Todes des französischen Staatsangehörigen eingeleitet, der bei dem Terroranschlag getötet wurde. Auch der französische Inlandsnachrichtendienst, Direction de la surveillance du territoire (DST), wurde eingeschaltet.

König Mohammed VI. von Marokko verurteilte den Terrorangriff ebenso und erklärte seine Solidarität mit Algerien in seinem Kampf gegen „obskure terroristische Banden“. Außerdem versicherte der König seine Unterstützung im Kampf gegen die Ausbreitung des Terrorismus in der Maghreb-Region, der den edlen Werten des Islam widerspreche.

Der getötete Ingenieur arbeitete für die französische Baufirma Razel, ihre Arbeit bestand in der Reparatur von Eisenbahnverbindungen. Die Firma wird ihre drei anderen Mitarbeiter französischer Herkunft aus Algerien zurückziehen. Ihre Rückkehr sollte bereits am Montag, den 9. Juni auf dem Luftweg erfolgen.

Der nordafrikanische Zweig des Terrornetzwerks al-Qaida, der vor allem in der als Maghreb bekannten Region aktiv ist, firmierte früher unter dem Namen „Groupe Salafiste pour la Prédication et le Combat“ (GSPC), der sogenannten Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf. Diese Gruppe unterstützt seit dem September 2006 formell die Ziele der al-Qaida und änderte Anfang 2007 ihren Namen in „al-Qa'ida in the Islamic Maghreb“ (AQIM). Die Organisation entstand im Verlauf der Aufstandsbewegung, die sich seit 1992 in Algerien formierte. Seit 2004 verfolgt die Gruppe eine Politik, die Ausländer als legitimes Ziel von Terrorangriffen betrachtet und deren Ziel es ist, den Sturz der algerischen Regierung herbeizuführen.

Aufgrund der gezielten Angriffe auf Ausländer rät die australische Regierung Reisenden zurzeit nicht in das Land zu reisen. Zurzeit bestehe ein großes Risiko von Terrorangriffen.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „die Anschläge von Beni Amrane“.

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Quellen