175 nordkoreanische Flüchtlinge in Thailand festgenommen

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Artikelstatus: Fertig 17:14, 24. Aug. 2006 (CEST)
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Bangkok (Thailand), 24.08.2006 – Die thailändische Einwanderungspolizei griff gestern 175 nordkoreanische Flüchtlinge auf, die sich in einem Haus eines Vorortes (Distrikt Huai Khwang) von Bangkok versteckt hatten. Wie CNN berichtet, ist das die größte jemals in Thailand aufgegriffene Gruppe nordkoreanischer Flüchtlinge. Der UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees) hat die 175 Nordkoreaner, darunter 128 Frauen, 37 Männer und zehn Kinder, inzwischen als Flüchtlinge anerkannt. Die Flüchtlinge waren über die Grenze im Norden Thailands (Provinz Chiang Rai) nach Thailand gekommen. Einem Polizeisprecher zufolge hielten sich die Nordkoreaner bereits seit zwei Monaten in dem Haus auf.

Der Chef der thailändischen Einwanderungsbehörde, Polizei-Generalleutnant Suwat Tumrongsriskul, sagte, nur 16 Personen der Gruppe verfügten über entsprechende Reisedokumente des UNHCR, die übrigen würden wegen illegaler Einreise morgen vor ein Gericht in Nord-Bangkok gestellt werden. Eine Quelle der südkoreanischen Botschaft sagte der Bangkok Post zufolge, Südkorea würde die Flüchtlinge aufnehmen. Hunderte Nordkoreaner gelangten bisher schon auf diese Weise nach Südkorea. Im Jahr 2005 waren 80 nordkoreanische Flüchtlinge in Thailand aufgegriffen worden. Dieses Jahr wurden bereits 400 illegal eingereiste Nordkoreaner in Thailand entdeckt. Die meisten konnten später nach Südkorea ausreisen.

Grund des Flüchtlingsstroms ist die Situation in Nordkorea, wo Nahrungsmittelknappheit und politische Unterdrückung die Menschen nach Wegen suchen lassen, das Land zu verlassen.

Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Nordkorea im Juli dieses Jahres ist die Situation der Bevölkerung insbesondere in den südlichen Landesteilen besonders schwierig. Zehntausende sind ohne Wohnung. Große Teile der Ernte des Landes wurden vernichtet. Neben der Hilfe durch das Welternährungsprogramm der UNO (WFP) erhält das Land auch Hilfe aus Südkorea. Trotz der durch Raketentests Nordkoreas entstandenen Spannungen zwischen beiden Ländern hat Südkorea eine Lieferung von 100.000 Tonnen Reis an seinen nördlichen Nachbarn zugesagt.

Quellen