Wikinews:Feedback/Archiv/2013

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Berliner Luftbrücke- Rosinenbomber

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe für meine Enkelin meine Lebensgeschichte mit Fotos und suchte in Ihrem Forum Informationen über den o. g. Betreff. Ich bin auf einen ausführlichen Artikel gestoßen, zu meiner Freude auch Abbil- dungen. Danke, sehr ausführlich ... leider nicht vollständig. Dazu meine Erfahrungen, die Hunderte von Berliner Schulkindern auch erlebt haben - hier meine Geschichte in Kurzform:

Ich bin am 16.04.1940 - während eines Fliegerangriffes - in Berlin geboren. Da unser Vater Soldat war und unsere Mutti das 3. Kind erwartete, sind wir nach Schlesien,1943, evakuiert. 1944 ist unsere Schwester dort geboren. Dort gab es inzwischen auch Fliegerangriffe. Wir wurden von dort, Kriebau hieß der Ort, in der Nähe der Stadt Sommerfeld, vertrieben. Unsere Mutti hat nur ihre Kinder mitnehmen können und was sie an Handgepäck tragen konnte. All unsere Möbel, Kleidung, einfach alles mussten wir zurücklassen, hinter unserem Treck wurde die Brücke, Zugang zum Ort, gesprengt. Mit nichts, nur ihren Kindern kam unsere Mutti wieder nach Berlin zurück, unser Vater war im Krieg und kam als Spätheimkehrer 1948 aus Gefangenschaft. Am 18. Dezember 1948 wurde ich - wie ganz viele Schulkinder - von den Amerikanern, mit einem Rosinenbomber, vom Flugplatz Tempelhof ausgeflogen. Es standen eine ganze Reihe von Bussen mit Kindern am Flugplatz, das Flugzeug, in dem ich mit vielen Kindern saß, startet erst spät, wir mussten warten, bis das 1. Flugzeug von seinem Flug, mit Kindern, nach Lübeck, zurück kam. Im Flugzeug saßen wir auf dem Fußboden, wir wurden mit Gurten angebunden. Für uns Kinder ein großes Erlebnis, wir wurden von den Soldaten mit Süßigkeiten versorgt und gut nach Lübeck "verfrachtet". Es müssen tausende von Kindern ausgeflogen worden sein. Mein Bruder, der 2 Jahre älter als ich ist, wurde Anfang des Jahres 1949 auch so ausgeflogen. In Lübeck übernachteten wir in einem Krankenhaus, im Keller, in Etagenbetten. Am Morgen wurden wir in Gruppen aufgeteilt, je nach Bestimmungsort und in Begleitung von Rote Kreuz HelferInnen, per Zug zu den Bestimmungsorten zur RK-Stelle befördert. Von dort wurde ich mit 3 weiteren Kindern, per PKW, zu deren und ich zu meinen Pflegeeltern - alle in ein Dorf - gebracht. Ich war 8 Jahre alt und kam zu einer Gutshof- Familie im Waldecker Land, diese "Kinder-Land-Verschickung" war für 9 Monate ausgelegt. Was das heißt, für ein Kind,in dem Alter, für 9 Monate, 5 Tage vor Weihnachten, zu fremden Menschen zu kommen, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Auch wenn ich ganz großes Glück mit meiner Pflegefamilie hatte, besser hätte ich es nicht treffen können, ich war dort wie ein eigenes Kind integriert. Das Ganze hat mein Leben sehr geprägt, ich lebe heute noch im Waldecker Land. Das betrifft aber nicht mehr die Thematik "Rosinenbomber". Mein Ziel dieses Schreibens ist es, die Thematik, die Berliner Schulkinder vor dem Verhungern zu retten und sie mit den genannten Flugzeugen und der "Bereitschaft" der Amerikaner aus zufliegen, aufzunehmen. Es muss ja noch viele Menschen geben, die das auch so erlebt haben. In den Dörfern war ein Mann zu den Bauern gegangen und hat nachgefragt, wer ein Kind aufnehmen würde; wobei auch gefragt wurde, ob Mädel oder Junge und etwa in welchem Alter.

Gerne würde ich an dem Thema mitarbeiten; ich denke, so ist mein Beitrag nicht zu veröffentlichen. Ich würde mich freuen, etwas diesbezüglich von Ihnen zu hören, bzw. zu lesen. Habe einfach meine Gedanken aufgeschrieben. Vor etlichen Jahren suchte das ZDF-Fernsehprogramm Menschen, zu dieser Thematik; ich hatte mich gemeldet, auch kurz eine Antwort erhalten ... aber dann nichts mehr gehört.

In Erwartung einer Nachricht, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Roswitha Mordavsky-Brandt Tel.: 0 56 91 - 69 20 Tischbeinstr. 7 34454 Bad Arolsen


Hallo, Frau Brandt
Vielen Dank für ihre Nachricht.
Können sie den Artikel den sie meinen einmal hinschreiben oder den Link hinkopieren, damit wir wissen, welchen sie meinen. Hier in Wikinews finde ich nur einen kurzen Artikel: den hier: Sorge um Gedenktafel für abgestürzten „Rosinenbomber“.
Ich würde sie ausserordentlich ermutigen ihre Lebensgeschichte niederzuschreiben und festzuhalten für nachfolgende Generationen. Für uns hier ist das wahrscheinlich nichts, denn wir stellen professionelle Ansprüche und das wird schwierig damit ein journalistisches Produkt herauszudestillieren.
Leider habe ich selbst immer zu wenig Zeit, aber ich versuche mal mich etwas zu kümmern.
Ich weiss dass es sogenannte Zeitzeugenportale gibt, das ist im Prinzip genau das Richtige für sie. Ich habe nur eine Befürchtung: dass diese Portale nicht mit sog. freien Inhalten arbeiten, wie wir hier: alle Wikimediaprojekte, also Wikipedia und die Schwesterprojekte wie dieses hier arbeiten mit freien Lizenzen. Nur damit ist wirklich gewährleistet dass alle Texte (sofort) in eine Art Gemeineigentum (freie Inhalte) übergehen. Und nur das gewährleistet aus meiner Sicht dass diese Texte ab Niederlegung für sämtliche zukünftigen Generationen gesichert sind und bleiben.
Soweit erstmal. Sie können direkt hier antworten(Ihren Text einfach unten anfügen).
Gruss. --Itu (Diskussion) 01:13, 15. Jan. 2013 (CET)


Liebe Frau Mordavsky-Brandt,

zunächst bedanke ich mich für Ihr Vertrauen, das Sie in uns setzen, indem Sie sich an uns gewandt haben. Der Wunsch, die eigenen Lebenserinnerungen aufzuschreiben, ist schön häufiger geäußert worden, auch in den Autorenkursen des Seniorenprogramms von Wikimedia Deutschland, das, wie Sie vielleicht schon erfahren haben, den Namen Silberwissen trägt.

Solche Beiträge eignen sich aber nicht für Wikipedia. Subjektive Erinnerungen sind keine enzyklopädischen Beiträge, die in Wikipedia willkommen wären, denn dort muß auf der Grundlage von Literatur gearbeitet werden und die eigene Erfahrung oder auch die eigene Forschung soll ausdrücklich nicht in Lexikonartikel eingehen.

So stellt sich die Frage, ob es ein anderes Wikimedia-Projekt gäbe, in das Ihr Beitrag einfließen könnte. Leider ist mir auch nicht hinreichend klar geworden, warum Sie sich an Wikinews gewandt haben. Jedenfalls wäre Wikinews aber hier ungeeignet, weil es sich auf aktuelle Ereignisse beschränkt und historische Begebenheiten damit ausgeschlossen sind.

Aus den Wikimedia-Projekten könnte ich Ihnen anbieten, daß Sie Ihre Erlebnisse in Wikiversity im Bereich Geschichte einstellen. Dabei könnte ich Ihnen auch gerne behilflich sein. Wikiversity ist eine Plattform, auf der Bildungsmaterialien in einem sehr weit zu verstehenden Sinne gesammelt werden. Gegegebenfalls hätte jemand Interesse an der seinerzeitigen Kinder-Land-Verschickung und sucht nach anschaulichem Material für den Unterricht.

Außerhalb der Wikimedia-Projekte gäbe es noch das Zeitzeugen-Wiki, das ursprünglich aus Silberwissen hervorgegangen war und das ebenfalls unter einer freien Lizenz arbeitet. Deshalb wird es technisch von Wikimedia Deutschland unterstützt, ist aber selbst kein Projekt des Vereins, sondern wird von Ehrenamtlichen geführt. Ein Nachteil wäre hier, daß die Zukunft des Wikis derzeit für mich nicht ganz klar ersichtlich ist.

Eine weitere Lösung wäre, daß Sie eine eigene Website aufsetzen, was heutzutage sehr einfach und schnell möglich ist. Beispielsweise könnten Sie sich ein Blog bei WordPress.com oder bei einem anderen freien Blog-Anbieter einrichten und dort Ihre Erinnerungen als Seiten anlegen.

Wie auch Immer Sie sich entscheiden, es würde mich freuen, wenn Sie eine Lösung finden würden, damit Sie Ihre Erinnerungen online veröffentlichen könnten. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne wieder hier an die Mitlesenden oder gerne auch an mich direkt.

Mit freundlichen Grüßen, --Aschmidt (Diskussion) 15:16, 18. Jan. 2013 (CET)

Mein Feedback

Ich bin mir nicht sicher, ob die Auswahl unter "In den Nachrichten" auf der Wikipedia-Hauptseite durch wikinews oder durch die restliche wikipedia geschieht. Falls ich hier falsch bin, also bitte bescheid sagen. Danke.

Zu dieser Auswahl hätte ich folgenden Kritikpunkt:

Die Nachricht über den Wahlsieg der CSU steht hier meiner Ansicht nach schon zu lange. Zum einen liegt das Ergebnis nun seit vier Tagen vor, sodass die Nachricht nicht mehr wirklich neu ist. Zum anderen erscheint die Auswahl der Nachrichten nicht neutral, wenn in der Woche vor der Bundestagswahl die Nachricht fünf Tage lang mit Bild des Partievorsitzenden als erste Meldung zu sehen ist und zwar - wenn ich es richtig in Erinnerung habe - als einzige Meldung mit Bezug zu deutschen Parteien.

herzliche Grüße mago

Da bist du leider falsch hier. Frag mal w:WP:FzW. mfg. --Itu (Diskussion) 13:16, 20. Sep. 2013 (CEST)