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Wärmster und sonnigster Herbst seit Beginn der Aufzeichnungen

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Artikelstatus: Fertig 14:08, 29. Nov. 2006 (CET)
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Offenbach am Main (Deutschland), 29.11.2006 – Nachdem schon der Juli in Deutschland der wärmste und sonnigste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen überhaupt geworden war, steht jetzt fest, dass auch der Herbst 2006 der mit Abstand wärmste und auch der sonnigste jemals gemessene ist. Wie der Deutsche Wetterdienst aus Offenbach mitteilte, lag die Temperatur im meteorologischen Herbst (den Monaten September, Oktober und November) deutschlandweit im Durchschnitt bei 12 Grad Celsius und damit 3,2 Grad über dem langjährigen Mittel. Der alte Rekordwert aus dem Herbst 1982 lag bei 10,4 Grad Celsius. Die Sonne schien deutschlandweit durchschnittlich fast 400 Stunden und damit knapp 29 Prozent mehr als im Herbst üblich.

In allen drei Monaten des Herbstes wurden überdurchschnittliche Temperaturen gemessen. An vielen Messstellen wurden weit über 100 Jahre alte Rekorde gebrochen. Der September war mit 16,9 Grad Celsius im bundesweiten Durchschnitt 3,6 Grad Celsius wärmer als üblich und sogar 1,5 Grad Celsius wärmer als der Vormonat August. An vier Septembertagen wurden Temperaturen über 30 Grad Celsius gemessen, den Spitzenwert erreichte Kalkar mit 31,4 Grad Celsius am 12. September. Der Oktober 2006 wurde mit durchschnittlich 12,2 Grad Celsius (3,2 Grad mehr als üblich) nach 2001 zum zweitwärmsten Oktober seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In Emmendingen-Mundingen wurde am 26. Oktober mit 28,6 Grad Celsius die Höchsttemperatur des Monats gemessen. Im November lagen die Temperaturen im Schnitt bei 7,0 Grad Celsius und damit 3,0 Grad über dem langjährigen Mittel, womit dieser Monat zum drittwärmsten bislang gemessenen November wurde. Besonders ungewöhnlich: Die höchsten Temperaturen wurden gegen Ende des Monats gemessen. So erreichte Müllheim am Oberrhein am 25. November eine Höchsttemperatur von 22,1 Grad Celsius. Ein derartig warmes Novemberende gab es noch nie.

Das Jahr 2006 hatte deutlich zu kühl begonnen: Die Temperaturen der ersten drei Monate lagen teilweise deutlich unter dem Durchschnitt, der März dieses Jahres wurde mit zwei Grad Celsius weniger als üblich zum kältesten März seit zehn Jahren. Ab April stiegen die Temperaturen jedoch deutlich, so dass der Frühling 2006 insgesamt normal warm wurde. Die weiteren Monate waren abgesehen vom August alle überdurchschnittlich warm. Aber auch der August war entgegen der Wahrnehmung in den Medien insgesamt nur etwa 1,1 Grad kälter als üblich, in Norddeutschland lagen die Temperaturen sogar etwas höher als im langjährigen Mittel. Somit wird das Jahr 2006 nach kaltem Start wohl doch noch als besonders warmes Jahr in die Geschichte eingehen.

Quellen