Volksabstimmung im Sudan: Die überwältigende Mehrheit unterstützt die Unabhängigkeit des Südens

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Veröffentlicht: 17:32, 30. Jan. 2011 (CET)
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Khartum (Sudan), 30.01.2011 – In einer Volksabstimmung waren die Sudanesen aufgerufen, über die Entlassung des südlichen Landesteils in die Unabhängigkeit abzustimmen. Die Abstimmung fand zwischen dem 9. und 15. Januar dieses Jahres statt. Heute lagen die ersten vorläufigen Endergebnisse vor. Danach votierten 99 Prozent der Bewohner des Südens (3,8 Millionen Wähler) bei einer Wahlbeteiligung von 99 Prozent für die Unabhängigkeit. Nur knapp 45.000 Südsudanesen stimmten dagegen.

Im Norden des Sudan lag die Wahlbeteiligung bei 60 Prozent. Aber auch hier stimmten 58 Prozent für die Unabhängigkeit des Südens. Ein amtliches Endergebnis des Referendums soll Anfang Februar vorgelegt werden. Damit ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Weg frei für die staatliche Unabhängigkeit des Südens, die am 5. Juli 2011 erklärt werden könnte. Damit würde dann der 54. afrikanische Staat entstehen.

Das Referendum war Bestandteil eines Friedensabkommens aus dem Jahr 2005 zwischen den verfeindeten politischen Kräften des Landes, die einen blutigen Bürgerkrieg gegeneinander geführt hatten. Dabei waren mehr als zwei Millionen Menschen getötet worden. Die beiden Landesteile sind kulturell und ethnisch sehr unterschiedlich. Während der Norden von einer arabisch sprechenden, muslimischen Mehrheit geprägt wird, hängen die schwarzafrikanischen Bewohner des Südens mehrheitlich dem Christentum an.

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Quellen[Bearbeiten]